Wissen & Technik NASA-Sonde ist gerade 6 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt aufgewacht und bereit für eine nie dagewesene Mission

18:50  08 juni  2018
18:50  08 juni  2018 Quelle:   businessinsider.de

Internationales Forscherteam entdeckt überraschend Dünen auf dem Pluto

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Die Raumsonde New Horizons erwachte 6 Milliarden Kilometer weg von der Erde und nähert sich Ultimate Thule. NASA/JHUAPL/SwRI. Die NASA - Sonde ist hin und wieder aufgewacht , um dann jedes Mal ein neues, rätselhaftes Bild zu schicken.

New Horizons probe © Provided by Business Insider Inc New Horizons probe

Die New-Horizons-Raumsonde der NASA ist gerade 6,1 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt aus ihrem Passiv-Modus erwacht. Die Forscher des Johns Hopkins Applied Physics Labratory in Maryland seien „überglücklich“ gewesen, als sie die Nachricht bekamen, dass New Horizons es erfolgreich durch den 165-tägigen Winterschlaf geschafft hat. 

Ihre Freude ist berechtigt. Die 700 Millionen Dollar teure Sonde rauscht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,1 Millionen Kilometern pro Tag seit 2006 beständig durchs All.

Trotz ihrer zwölfjährigen Reise in eben dieser Geschwindigkeit brauchte ihr Weckruf nur fünf Stunden und vierzig Minuten, um die Erde zu erreichen. Wie es aussieht, herrscht bei New Horizons gute Stimmung, während die Sonde einige Rekorde bricht.

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NASA-Sonde untersucht Objekt am Rande des Sonnensystems

Zu Beginn des Jahres wies alles darauf hin, dass diese Sonde die am weitesten entfernte planetarische Begegnung der Menschheitsgeschichte erleben würde. Ihr Ziel: Der über 260 Millionen Kilometer entfernte Ultima Thule.

„Unser Team ist schon fleißig bei der Planung und Simulation unseres Flybys am Ultima Thule und wir sind — jetzt wo New Horizons wieder wach ist — schon gespannt auf kommende Flyby-Missionen, die Ende August beginnen werden“, sagt der leitende Forscher der Mission, Alan Stern, nach dem Weckruf.

Ultima Thule befindet sich im Kuipergürtel, einer Ansammlung von mehr als 1000 bekannten und bis zu 100.000 unbekannten Objekten, die um die Sonne hinter Neptun kreisen. Die Objekte des Kuipergürtels sind hier blau markiert:

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kuiper_belt © Provided by Business Insider Inc kuiper_belt

Die bisher schärfsten Bilder von New Horizons waren außergewöhnliche Fotos vom Sonnenuntergang über den Bergen Plutos.

a view of the ocean: pluto sunset new horizons © Provided by Business Insider Inc pluto sunset new horizons

Die NASA-Sonde ist hin und wieder aufgewacht, um dann jedes Mal ein neues, rätselhaftes Bild zu schicken. Dieses entstand im Februar und ist Teil einer Serie, bei der Orientierungspunkte am Sternenhimmel aus der bisher weitesten Entfernung zur Erde aufgenommen wurden:

a star in the middle of a field: New Horisons space © Provided by Business Insider Inc New Horisons space

Aber wieso „Ultima Thule“? Für alle Neueinsteiger: So cool es sich auch anhören mag, Ultima Thule ist nur ein Spitzname, den das von der Sonde angesteuerte Objekt bei einer Ausschreibung zur Findung eines Namens im März erhalten hat.

Thule ist eine antike griechische Bezeichnung für den „nördlichsten Punkt“ und das „Ultima“ ist eine mittelalterliche Referenz zu einer neuen, unbekannten Welt.

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Sobald New Horizons genügend Fotos und Daten gesammelt hat, wird Ultima Thule einen offiziellen Namen von der International Astronomical Union erhalten. 

Ultima Thule wurde erstmals am 26. Juni 2014 vom Hubble Space Teleskop entdeckt, während dieses nach einem Objekt im Kuipergürtel suchte, das von New Horizons angeflogen werden kann. Die Form des Objekts ist mit der einer Erdnuss vergleichbar, mit zwei großen seitlichen „Lappen“, die je einen Durchmesser von 18 und 20 Kilometern haben.

a star filled sky: ultima thule © Provided by Business Insider Inc ultima thule

Das Objekt umkreist die Sonne einmal in 295 Erdjahren und sein Pol zeigt — zum Glück des New-Horizons-Teams — in Richtung der Erde, was einen besseren „Ausblick“ für die Sonde ermöglicht.

Mit Sicherheit werden wir sie noch in diesem Jahr zu Gesicht bekommen. Das New Horizons-Team erwartet die ersten Fotos ab dem 21. August, auch wenn diese vermutlich zunächst die Hindernisse zeigen werden, die der NASA-Sonde begegnen.

Sollte die Sonde es bis dahin schaffen, wird New Horizons drei Mal näher am Ultima Thule sein als sie zuletzt an Pluto gelangte. Die Oberfläche könnte dann aus einer Entfernung von 3500 Kilometer kartiert werden.

Sie wird auf der Oberfläche nach Spuren von Ammoniak, Kohlenmonoxid, Methan und Wasser suchen. 

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