Welt & Politik China siedelt eine Million Uiguren in Lager um

09:35  11 august  2018
09:35  11 august  2018 Quelle:   dw.com

Ein Jahr nach Charlottesville: Rechtsradikalen-Aufmarsch in Washington gerät zur Farce

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Festgenommene Uiguren in China (Archivbild) © Andrew RC Marshall/Reuters. In China werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als eine Millionen Uiguren in Lagern festgehalten.

Festgenommene Uiguren in China (Archivbild) © Andrew RC Marshall/Reuters. In China werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als eine Millionen Uiguren in Lagern festgehalten.

Uiguren werden in China systematisch unterdrückt (Archivbild): China siedelt eine Million Uiguren in Lager um © picture-alliance/dpa/D. Azubel China siedelt eine Million Uiguren in Lager um

In China werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als eine Million Uiguren festgehalten. Die Provinz Xinjiang habe sich laut UN in ein "massives Internierungslager" verwandelt.

Die Angehörigen der ethnischen Gruppe seien in sogenannten Anti-Extremismus-Lagern untergebracht, berichtete das UN-Komitee zur Bekämpfung von Rassen-Diskriminierung in Genf. Es gebe Berichte, wonach weitere zwei Millionen Uiguren und andere muslimische Minderheiten in politische Umerziehungszentren gebracht wurden, sagte die Komitee-Vorsitzende Gay McDougall. Die meisten von ihnen seien nie konkret angeklagt oder verurteilt worden.

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In China werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen insgesamt rund drei Millionen Uiguren in Lagern festgehalten. Eine Million Angehörige der ethnischen Minderheit seien in sogenannten Anti-Extremismus- Lagern untergebracht, berichtete am Freitag des UN-Komitee zur Bekämpfung von

Die Volksrepublik China soll eine Million muslimischer Uiguren in einem gewaltigen Internierungslager festhalten, so ein Bericht eines UN-Menschenrechts-Panels.

Mit der Verfolgung der Uiguren und anderer muslimischer Minderheiten sei die Autonome Region der Uiguren in "eine Art massives Internierungslager" umgewandelt worden. Die Uiguren sind ein den Türken eng verwandtes muslimisches Volk, das mit den Chinesen weder ethnische noch kulturelle Verbindungen hat. Die chinesische Kommunistische Partei geht seit jeher mit massiven Repressalien gegen die uigurische Unabhängigkeitsbewegung vor. Seit 2016 sollen sich Unterdrückung und Überwachung gravierend verschärft haben. So sollen mehrere hundert Arbeitslager gebaut worden sein.

Folter, Misshandlungen, Indoktrination

Menschenrechtsorganisationen gehen von routinemäßigen Menschenrechtsverletzungen aus. Beklagt werden Folter, Misshandlungen und Indoktrination. Chinas Staatsmedien bestätigten schon vor Wochen, dass in Xinjiang fast eine halbe Million Menschen allein im ersten Quartal des Jahres umgesiedelt worden seien, "um die soziale Stabilität zu verbessern". Erst am vergangenen Freitag hatten in China hunderte Hui-Muslime gegen den Abriss einer Moschee protestiert.

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Tag um Tag Konfuzius lesen, das Verhältnis zur Partei überdenken: China hat Hunderttausende Uiguren in Umerziehungslager gesperrt – die „Ich hatte Angst, dass ich bestraft würde oder noch länger in dem Lager bleiben müsste, wenn ich nichts auf das Papier schreibe“, sagt Erkin in einem

Die Heimat der rund zehn Millionen muslimischen Uiguren in China ist zu einem beispiellosen Überwachungsstaat geworden - mit modernsten Methoden und einem Netz an Umerziehungslagern. Von Axel Dorloff.

Leben in ständiger Angst ist für viele Uiguren Alltag (Archivbild) © picture-alliance/dpa/O. Weiken Leben in ständiger Angst ist für viele Uiguren Alltag (Archivbild)

In China leben mehr als 20 Millionen Muslime. Die beiden größten Gruppen sind die Minderheiten der Hui und der Uiguren mit jeweils rund zehn Millionen Angehörigen. "China ist ein multiethnisches Land, was den Umgang mit religiösen Themen sehr kompliziert macht", schrieb die chinesische Staatszeitung "Global Times" auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Nationale Interessen als Ganzes und die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Religionen seien nicht mit "hundertprozentiger Genauigkeit" zu vereinbaren.

China unterdrückt Minderheit

Die Region Xinjiang im Westen des Landes, wo die Uiguren beheimatet sind, gilt als Konfliktherd. Nach blutigen Unruhen 2009 und einer Reihe von Terroranschlägen gehen Sicherheitskräfte scharf gegen die Minderheit vor. Das Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den herrschenden Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten sich die Kommunisten das frühere Ostturkestan als autonom verwaltete Region einverleibt.

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Repressionen gegen Minderheiten. In China leben mehr als 20 Millionen Muslime. Im UN-Ausschuss stellte sie diverse Fragen an die chinesische Delegation über die Hintergründe der Internierung von über einer Million Uiguren .

„In China heißen sie politische Lager , aber in Wirklichkeit war es ein Gefängnis in den Bergen“, sagt sie aus. Den etwa 1,5 Millionen ethnischen Kasachen in Xinjiang ist in der Vergangenheit nicht dieselbe staatliche Seidenstraßen-Gipfel in Peking. „Ein Gürtel, eine Straße“. Muslimische Uiguren in China .

Vergangene Woche wurde bekannt, dass deutsche Behörden einen uigurischen Asylbewerber wegen einer bürokratischen Panne trotz laufenden Verfahrens nach China abgeschoben haben. Der 23-Jährige wurde am 3. April in ein Flugzeug nach Peking gesetzt, obwohl über seinen Asylfolgeantrag noch nicht entschieden war.

jmw/jj (dpa, rtr)

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