Welt & Politik Regierungszahlen schüren starke Zweifel am Flüchtlingsabkommen mit Spanien - Migration

16:30  10 august  2018
16:30  10 august  2018 Quelle:   handelsblatt.com

Sorge über steigende Flüchtlingszahlen in Spanien

  Sorge über steigende Flüchtlingszahlen in Spanien Sorge über steigende Flüchtlingszahlen in SpanienDie deutschen Behörden sind alarmiert. Viele Migranten könnten sich von Spanien aus auf den Weg nach Frankreich, die Beneluxländer und Deutschland machen, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.

Nach der Vereinbarung mit Spanien über eine Rückführung von Flüchtlingen sollen laut Bundesinnenministerium ähnliche Abkommen mit Griechenland zeitnah vollzogen werden können. Starker Anstieg: Rasanter Anstieg beim Kindergeld alarmiert Städte.

Deutschland hat mit Spanien eine Vereinbarung über die Rückführung dort angekommener Migranten getroffen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden dort in diesem Jahr bis Anfang August 23.048 Migrantinnen und Migranten registriert.

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Zahlen des Bundesinnenministeriums lassen das Flüchtlingsabkommen zwischen Deutschland und Spanien wenig sinnvoll erscheinen. Nicht ein einziger Flüchtling wäre in den vergangenen zwei Monaten von der Abmachung betroffen gewesen, die am Samstag in Kraft treten soll. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Handelsblatt-Anfrage hervor. Erst seit Mitte Juni schlüsseln die Behörden auf, in welchem anderen EU-Staat bei Grenzkontrollen aufgegriffene Flüchtlinge schon einen Asylantrag gestellt haben. In Fachjargon ist von „Eurodac-Treffer der Kategorie 1“ die Rede. Seither wurden „insgesamt acht Personen mit aus einem spanischen Verfahren herrührenden Eurodac-Treffer der Kategorie 1 bei der unerlaubten Einreise nach Deutschland festgestellt“, erläutert ein Sprecher von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Allerdings sei kein einziger davon an der deutsch-österreichischen Grenze gestoppt worden, auf die sich das Flüchtlingsabkommen mit Spanien zunächst beschränkt.

Flüchtlingsabkommen mit Griechenland könnte zeitnah kommen

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Tags: Deutschland, Flüchtlinge, Flüchtlingskrise, Migration , Spanien . Lesen Sie auch auf unserer Webseite. Bundesrepublik erzielt Vereinbarung mit Spanien über Flüchtlingsrücknahme.

Deutschland hat mit Spanien eine Vereinbarung über die Rückführung dort angekommener Migranten getroffen. In diesem Jahr wurden bis zum 1. August nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 23.048 Migranten in Spanien registriert.

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Kritiker des Abkommens hatten in den vergangenen Tagen immer wieder hervorgehoben, dass Flüchtlinge aus Spanien kaum den Umweg über Österreich einschlagen, um nach Deutschland zu gelangen.Insgesamt wurden seit Beginn der Aufschlüsselung 150 Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze aufgegriffen, die schon in anderen EU-Staaten einen Asylantrag gestellt hatten, wie das Ministerium darlegt: „Davon entfallen etwa die Hälfte auf Italien und etwa ein Fünftel auf Österreich.“ Im Übrigen sei „die Streuung der festgestellten Treffer recht breit“.Trotz der „aktuell geringen Fallzahlen“ hebt die Bundesregierung die Bedeutung der Verwaltungsabsprache mit Spanien hervor. Sie sei „ein wichtiger Schritt zur Ordnung und Steuerung in der Migrationspolitik, die der Stärkung der Integrität des gemeinsamen europäischen Asylsystems dienen soll“. Starkes Signal?

Spanien gewinne aktuell für die illegale Migration an der Schengen-Außengrenze erheblich an Bedeutung. „Mit der Unterzeichnung senden Spanien und Deutschland gemeinsam ein starkes Signal für die Verhinderung illegaler Sekundärmigration innerhalb des Schengenraums und für die Durchsetzung geltenden Rechts“.Kanzlerin Angela Merkel reist am Samstag nach Spanien. Bei ihren Gesprächen mit dem sozialistischen Premierminister Pedro Sánchez soll das Thema Migration im Mittelpunkt stehen.

Erstaufnahmelager für Flüchtlinge: „Ankerzentren führen sie zu neuen Problemen“ .
Erstaufnahmelager für Flüchtlinge: „Ankerzentren führen sie zu neuen Problemen“ , sagt Sabine Hess, Kulturanthropologin in Göttingen, die am Dienstag in Berlin die Ergebnisse einer Kurzstudie im Auftrag des Mediendiensts Integration vorstellte.Die geplanten Zentren würden sehr wahrscheinlich weder zur einer Beschleunigung von Asylverfahren führen noch zur Entlastung der Kommunen, so Hess. Vielmehr würde es dort zu noch stärkerer Isolation und schweren psychosozialen Belastungen für die Geflüchteten kommen, befürchten Hess und ihre Koautoren. Zudem würden die Ankerzentren Integration verhindern.

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