Welt & Politik Lawrow rügt OPCW-Bericht im Fall Skripal

12:20  15 april  2018
12:20  15 april  2018 Quelle:   dpa

Fall Skripal: Nowitschok-Labor in Russland angeblich identifiziert

  Fall Skripal: Nowitschok-Labor in Russland angeblich identifiziert Fall Skripal: Nowitschok-Labor in Russland angeblich identifiziert Britische Experten haben einem Medienbericht zufolge das russische Labor identifiziert, aus dem das Gift für den Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal stammen soll. Dies sei mit Hilfe von wissenschaftlichen Analysen und der Geheimdienste gelungen, berichtete die Zeitung „The Times“ am Donnerstag. Die Experten seien sich recht sicher, wenn auch nicht zu 100 Prozent. Eine klare Quelle nannte das Blatt allerdings nicht.Ein Regierungssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Ermittlungen im Fall Skripal . Quelle: Andrew Matthews/PA Wire/dpa. Russland hält den Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen ( OPCW ) über den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal für unvollständig.

Den Haag (dpa) - Im Fall der Nervengift-Attacke auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal erwartet die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen ( OPCW ) in der kommenden Woche die Ergebnisse der Laboruntersuchungen. Ein Bericht werde dann Großbritannien übergeben

Der russische Außenminister bringt neue Untersuchungsergebnisse ist Spiel. © Foto: Pavel Golovkin/AP Der russische Außenminister bringt neue Untersuchungsergebnisse ist Spiel.

Russland hält den Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) über den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal für unvollständig.

Ein Schweizer Labor habe in den Blutproben Spuren des chemischen Kampfstoffes BZ gefunden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in Moskau. Dessen Wirkung setzt seinen Angaben zufolge in bis zu 60 Minuten ein und hält bis zu vier Tage an. Die Erkenntnisse des Labors in Spiez blieben jedoch in dem Bericht der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) unerwähnt, hieß es.

Schutz vor weiteren Mordversuchen: Skripals könnten künftig in den USA leben

  Schutz vor weiteren Mordversuchen: Skripals könnten künftig in den USA leben Schutz vor weiteren Mordversuchen: Skripals könnten künftig in den USA leben„Ihnen werden neue Identitäten angeboten“, zitierte die Zeitung eine nicht näher genannte Regierungsquelle. Die 33-jährige Julia Skripal, die eigentlich in Russland lebt, soll Hilfe der russischen Botschaft abgelehnt haben. Ein offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Außenminister Sergej Lawrow . Die Organisation zum Verbot chemischer Waffen ( OPCW ) hatte bei einer Sondersitzung am Mittwoch eine Beteiligung Russlands an den Ermittlungen im Fall Skripal abgelehnt.

Fall Skripal : OPCW -Sondersitzung. Von Sabine Sans. Zuletzt aktualisiert: 04/04/2018. Auf Antrag Russlands tritt heute der Exekutivrat der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen ( OPCW ) in Den Haag zusammen.

Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury gefunden worden. Der Fall löste einen diplomatischen Konflikt zwischen Russland und zahlreichen westlichen Staaten aus.

Lawrow sagte der Agentur Interfax zufolge, weder in Russland noch in der Sowjetunion seien Giftstoffe entwickelt worden, die der Formel entsprechen. «Diese Substanz findet sich im Arsenal der US-Armee, Großbritanniens und anderer Nato-Länder.» Moskau werde die Organisation mit den Schweizer Ergebnissen konfrontieren.

Die OPCW hatte am Donnerstag in Den Haag die Ergebnisse ihrer Experten veröffentlicht. Die britische Behörden gehen davon aus, dass der in der früheren Sowjetunion entwickelte Stoff Nowitschok verwendet worden war. Die OPCW bestätigte die Londoner Angaben, äußerte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag auf Skripal und seine Tochter Julia verantwortlich ist.

Aufwendige Dekontamination : Gift im Fall Skripal möglicherweise gefährlicher als gedacht .
Aufwendige Dekontamination : Gift im Fall Skripal möglicherweise gefährlicher als gedachtExperten des britischen Umweltministeriums zufolge könnten sich weiterhin gefährliche Mengen des Nervengifts Nowitschok an bestimmten Orten in Salisbury befinden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf eine Informationsveranstaltung für Bürger in dieser Woche.

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