Welt & Politik Wie die USA und Russland hinter den Kulissen noch verhandeln

20:12  13 april  2018
20:12  13 april  2018 Quelle:   SZ.de

Russland: OPCW-Experten sollen Mittwoch ins syrische Duma reisen können

  Russland: OPCW-Experten sollen Mittwoch ins syrische Duma reisen können Russland: OPCW-Experten sollen Mittwoch ins syrische Duma reisen können

Die USA baten Russland , bestimmte Das Pentagon hat zugeben, dass eine geheime Absprache zu Syrien zwischen den beiden Ländern existiert. Die USA baten Russland , bestimmte Bereiche im Norden Syriens nicht anzugreifen.

Hinter den Kulissen brodelt es: Phil Hogans E-Mail an die EU-Botschafter der Mitgliedsstaaten. Neuer britischer Skripal-Bericht: "Experten haben jetzt Nowitschok-Labor in Russland identifiziert". Sondersitzung des OPCW-Exekutivrats: Mehrheit der Mitglieder verweigerte Briten und USA

Wie die USA und Russland hinter den Kulissen noch verhandeln © AFP Wie die USA und Russland hinter den Kulissen noch verhandeln

• Ein möglicher Angriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Ziele in Syrien hat Sorgen vor einer direkten militärischen Konfrontation der Amerikaner mit der Atommacht Russland geweckt.

• Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja sagt, er könne einen Krieg zwischen den USA und seinem Land "nicht ausschließen".

• Tatsächlich sprechen die Länder aber noch auf Generalsabsebene miteinander.

• Es gibt eine Standleitung zwischen dem russischen und dem amerikanischen Militär, um Zwischenfälle in Syrien zu vermeiden.

Russland - Rebellen verhindern Giftgas-Ermittlungen

  Russland - Rebellen verhindern Giftgas-Ermittlungen Russland - Rebellen verhindern Giftgas-Ermittlungen Russland wirft den Rebellen in Syrien vor, sie hinderten die Chemiewaffen-Inspektoren daran, die Stadt Duma zu erreichen.Die Vertreter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sollen dort dem mutmaßlichen Giftgasangriff untersuchen. Der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow sagte laut der Nachrichtenagentur RIA am Donnerstag, die Aufständischen verhinderten den Einsatz der Experten.Am Mittwoch hatten die OPCW-Inspektoren nach Schüssen auf UN-Mitarbeiter ihren Einsatz in Syrien erneut verschoben.

Hinter den Kulissen tobt seit vielen Jahren ein Krieg, von dem nur – für die Wissenden – vielleicht 20 % sichtbar wird. Mit Russland und China wächst ein mächtiger Gegenpol zu den NWO-Allmachtsträumen der Eliten, usw.

"Rückorientierung der USA hin zu Europa" (Deutschlandfunk, Interview, 26.03.2014). Rolf Clement über das Hin und Her hinter den Kulissen bei der Nato. Das muss aufgeklärt werden, und Russland muss hier Signale der Transparenz und der Versicherung geben.

Ein möglicher Angriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Ziele in Syrien hat Sorgen vor einer direkten militärischen Konfrontation der Amerikaner mit der Atommacht Russland geweckt. Seit Donald Trumps Tweet vom Mittwoch, in dem er mit einem Raketenangriff auf Syrien drohte, wächst die Angst vor einem großen internationalen Krieg. Befeuert hat sie Russlands Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassili Nebensja. Er sagte, einen Krieg zwischen den USA und seinem Land "kann ich nicht ausschließen". Andererseits zitierte ihn die Nachrichtenagentur Reuters mit der Aussage, Priorität müsse sein, einen solchen Krieg abzuwenden.

Moskau hat den UN-Sicherheitsrat angerufen, um über eine Bedrohung des internationalen Friedens zu beraten, nachdem der US-Präsident am Mittwoch Russland aufgefordert hatte, sich bereitzuhalten für "schöne, neue und intelligente Raketen". Trump und seine Verbündeten erwägen, mit einem Militärschlag auf einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff zu reagieren, den sie dem Regime von Präsident Baschar al-Assad anlasten. Russland unterstützt Assad. Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, zeigte sich überrascht, wie schnell Menschen sich in Kriegsangst versetzen ließen. Vergleiche mit dem Kalten Krieg seien falsch. "Wer solche Vergleiche heranzieht, eskaliert verbal und schafft Ängste, die aus meiner Sicht unbegründet sind", sagte er dem Deutschlandfunk.

Putin setzt in Skripal-Krise auf Treffen der Chemiewaffen-Organisation

  Putin setzt in Skripal-Krise auf Treffen der Chemiewaffen-Organisation Putin setzt in Skripal-Krise auf Treffen der Chemiewaffen-OrganisationEr hoffe, dass bei der Sondersitzung ein Schlussstrich gezogen werden könne, sagte Putin am Dienstag bei einem Besuch in der türkischen Hauptstadt Ankara. Die OPCW kommt am Mittwoch auf Antrag Russlands in Den Haag zusammen, um über den Fall zu sprechen.

Die Interessenpolitik von Russland und den USA – Ein Blick hinter die Kulissen der Macht. Vortrag und Diskussion mit Dr. Daniele Ganser am Montag, den 23. April 2018, um 19.30 Uhr. Ort: kultur|o, Mühlenstraße 10, 88696 Owingen.

In Syrien ist der Riss zwischen Russland und den USA am deutlichsten zu sehen. Solange das Bild intakt blieb: Die großen Mächte verhandeln ja, sie suchen einen Weg – solange ließ sich der Wunsch abwehren, mehr zu tun.

US-Verteidigungsminister James Mattis führte im Repräsentantenhaus aus, seine größte Sorge sei zu verhindern, dass der Konflikt "auf strategischer Ebene außer Kontrolle gerät". Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte, Paris habe kein Interesse an einer Eskalation. Syriens Verbündete seien keine Ziele. Russlands Marine ließ ihre Schiffe aus dem syrischen Hafen Tartus ins Mittelmeer auslaufen; eine "normale Maßnahme" zum Schutz vor einem drohenden Angriff, hieß es in Moskau.

Es gibt eine Standleitung zwischen dem russischen und dem amerikanischen Militär, um Zwischenfälle mit Kampfjets im syrischen Luftraum und versehentlichen Beschuss von Bodentruppen der anderen Seite zu vermeiden. Eingerichtet wurde sie 2016 nach Russlands Intervention in Syrien, genutzt wird sie trotz der Spannungen bis heute. Sie verbindet den Kommandostand des russischen Luftwaffenstützpunkts Khmeimim nahe der syrischen Hafenstadt Latakia mit dem Hauptquartier der US-Luftwaffe für den Nahen Osten auf dem Militärflughafen al-Udeid in Katar. Hohe Offiziere setzen sich via Dolmetscher mit einem zeitlichen Vorlauf von wenigen Stunden gegenseitig über geplante Operationen in Kenntnis.

Russland soll Skripal seit Jahren ausspioniert haben

  Russland soll Skripal seit Jahren ausspioniert haben Russland soll Skripal seit Jahren ausspioniert haben Die Briten veröffentlichen Geheimdienstinformationen, die eine russische Täterschaft "sehr wahrscheinlich machen". Seit 2013 seien der Ex-Doppelagent und seine Tochter bereits überwacht worden.Britischen Geheimdienstinformationen zufolge soll Russland den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia bereits seit 2013 ausspioniert haben. Es gebe Hinweise darauf, dass deren Email-Kommunikation überwacht wurde, berichtet der Guardian und beruft sich dabei auf einen Brief der Briten, der an die Nato geschickt wurde.

Diesmal kommen die Hiobsbotschaften aus Algerien und wie üblich kommen die Antworten dazu aus den USA , mit dem immer wiederkehrenden Tenor Die Abfuhr aus Washington war schroff, wir zitieren die Clinton mal im O-Ton: „Die Vereinigten Staaten verhandeln nicht mit Terroristen“!

Dietrich. Der will einfach nur nicht wahrhaben, dass sein geliebtes Russland genauso kontrolliert wird wie die USA und dass sein Gottgleicher Herr und Meister ein korrupter Krypto ist. Das Video ist schon ein paar Monate her, indem russische Studenten darüber unterrichtet wurden

Je größer der Militärschlag, desto höher das Risiko von Fehlern

Die USA informierten Russland auf diesem Wege etwa über den bevorstehenden Angriff mit Marschflugkörpern auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Schayrat im April 2017; etwa 100 russische Soldaten waren damals dort stationiert. Auch sicherte sich das US-Militär bei den Russen ab, bevor es im Februar einen Angriff auf einen Stützpunkt bei Deir al-Sour mit Artillerie und Luftangriffen zurückschlug. Die Russen versicherten, keine Soldaten in der Gegend zu haben. Später wurde klar, dass mindestens 13 Russen getötet worden waren - Söldner, die für die "Gruppe Wagner" in Syrien waren, eine private Militärfirma, die eng mit dem russischen Geheimdienst GRU verbunden ist.

Die Standleitung bietet aber keine Garantie, dass es nicht doch zu unbeabsichtigten Zwischenfällen kommt, etwa durch Kommunikationsfehler. Im September 2016 bombardierten Kampfjets und Drohnen der US-geführten Anti-IS-Koalition bei Deir al-Sour eine Einheit der syrischen Armee. Laut dem US-Untersuchungsbericht war der Einsatz Russland vorab gemeldet worden. Der US-Offizier gab aber einen falschen Bezugspunkt durch. Russland machte die USA 57 Minuten nach Beginn der Angriffe auf den Fehler aufmerksam; vier Minuten später stellten die das Feuer ein. Da waren jedoch bereits viele syrische Soldaten tot.

Je umfangreicher ein Militärschlag ausfällt, desto höher ist das Risiko, dass es zu Fehlern und Missverständnissen kommt oder die Kommunikationsstränge überlastet sind. Überdies verlegt die syrische Armee Flugzeuge und Einheiten in die Nähe russischer Truppen und stellt sie unter den Schutz der russischen Luftabwehr.

Kommandeure beider Länder würden sich zweifellos bei ihren Regierungen rückversichern, bevor sie gezielt Truppen des anderen Landes ins Visier nehmen. Die Präsidenten können sich eine solche Entscheidung vorbehalten oder sie etwa an den Verteidigungsminister delegieren. Zugleich gibt es laut der russischen Zeitung Kommersant Kontakte auf Generalstabsebene. Frankreichs Präsident Macron sagte, er stehe in regelmäßigem Kontakt mit Wladimir Putin; und der Kreml-Chef habe jüngst auch mit Donald Trump telefoniert, sagte Außenminister Sergej Lawrow.

Brasiliens Ex-Präsident Lula tritt Haft nicht an .
 

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