Welt & Politik Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten

08:45  11 februar  2018
08:45  11 februar  2018 Quelle:   handelsblatt.com

GroKo-Verhandlungen: Union und SPD einigen sich auf mehr Geld für die Pflege

  GroKo-Verhandlungen: Union und SPD einigen sich auf mehr Geld für die Pflege GroKo-Verhandlungen: Union und SPD einigen sich auf mehr Geld für die PflegeTagelang haben die Gesundheitsexperten von Union und SPD intensiv verhandelt – doch die auf dem Parteitag beschlossenen Nachforderungen der Sozialdemokraten finden sich bisher noch nicht in den Arbeitspapieren der Experten. Eine „gerechtere Honorarordnung“ und die Öffnung der gesetzlichen Krankenversicherung für Beamte sollen erst am Wochenende von den Parteispitzen verhandelt werden.

60049- analyse - des -koalitionsvertrags- was - uns - union - und - spd - mit - ihrer - wortwahl - verraten /. Deutschland : Union und SPD einigen sich auf Koalitionsvertrag - www.fuw.ch. In Deutschland rückt die Bildung einer neuen Regierung näher.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer meint, der Koalitionsvertrag sende widersprüchliche Signale. Regierung Parteien SPD Deutschland : Schulz sauer über Meldung zu - mobil.n-tv.de. Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten .

Die Wortwahl der Verhandlungspartner verrät viel über den Einfluss der Parteien auf das Dokument. Foto: dpa © dpa Die Wortwahl der Verhandlungspartner verrät viel über den Einfluss der Parteien auf das Dokument. Foto: dpa

Die Wortwahl des Koalitionsvertrags zeigt, wie weit sich eine Partei durchsetzen kann. Die wichtigsten Stichworte der 177 Seiten.

Martin Schulz war stolz auf sein Werk. Im schwarzen Anzug mit blau gestreifter Krawatte verkündete der scheidende SPD-Chef bei der Pressekonferenz mit Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer selbstbewusst: „Der Koalitionsvertrag trägt in großem Maße SPD-Handschrift.“ Während die Kanzlerin über die Behauptung hinwegging, konterte der CSU-Vorsitzende umgehend. „Wessen Handschrift diese Koalitionsergebnisse tragen, lieber Martin, das spare ich mir bis zum politischen Aschermittwoch auf. Heute bin ich noch nicht richtig ausgeschlafen.“

Union und SPD setzen Koalitionsverhandlungen fort

  Union und SPD setzen Koalitionsverhandlungen fort Union und SPD setzen Koalitionsverhandlungen fortScheuer erklärte, dass die Verhandler am Freitagabend einen "guten Schritt vorwärts" gekommen seien. Union und SPD hatten eine Einigung im Bereich Migration erzielt, die auch ein Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte umfasst. In der Flüchtlingspolitik blieb es bei der Einigung aus den Sondierungsgesprächen, dass die humanitäre Zuwanderung pro Jahr im Bereich von 180.000 bis 220.000 liegen soll. Scheuer zeigte sich am Samstag "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis.

Der zu erwartende Koalitionsvertrag wird dem Wohle des deutschen Volkes nicht dienen – und zwar aus folgenden Gründen Die Energiekonzerne sagen uns dunkle Zeiten für 2020 voraus, da die Energieversorgung NIEMAND braucht diese Partei SPD . Hört endlich auf euch etwas einzureden!

Europa Hier hat die SPD dem Koalitionsvertrag eindeutig ihren Stempel aufgedrückt. Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten .

Noch immer streiten Union und SPD um die Deutungshoheit, wer in dem Koalitionsvertrag mehr durchsetzen konnte. Vor allem für die SPD ist diese Frage entscheidend, denn die Mitglieder müssen dem Werk noch zustimmen. Das Handelsblatt hat die 177 Seiten des Vertrages genauer analysiert: Was sind die Schwerpunkte, welche Schlagworte kommen wie oft vor?

Zunächst fällt auf, dass es sich in weiten Teilen um Absichtserklärungen handelt. So kündigen die Großkoalitionäre 880 Mal an, dass sie etwas machen „wollen“. Das ist im politischen Wörterbuch eine eher unverbindliche Ankündigung. Die deutlichere Aussage, dass sie etwas machen „werden“ kommt mit 1013 Treffern nur ein wenig häufiger vor. Und inhaltlich? Auch hier gibt die Trefferliste der Schlagworte Aufschluss.

In der CDU wächst der Unmut

  In der CDU wächst der Unmut In der CDU wächst der Unmut

Die SPD wird in den Koalitionsverhandlungen mehr rausholen müssen, um ihre Mitglieder zur Zustimmung zu einem möglichen Koalitionsvertrag zu bewegen. Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten . Sonntag, 11 februar 2018.

Die Unterhändler einigten sich am Mittwochmorgen auf einen Koalitionsvertrag und die Verteilung der Ministerien. Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten . Sonntag, 11 februar 2018.

Das Wort „Land“
Nicht mit Wasser bedeckter Teil der Erdoberfläche

Alle Parteien warben im Wahlkampf damit, dass sie das jeweils beste Konzept haben, um das Land zu regieren. Das Wort Land hat keinesfalls die SPD für sich gepachtet. Im Koalitionsvertrag nimmt der Begriff eine zentrale Rolle ein: 662 Mal wurde das Wort nieder geschrieben.

Das Wort „Arbeit“
Das Beschäftigsein mit etwas

Traditionell ein zentrales Thema für die Sozialdemokraten. Aber auch bei Merkel hat das Wort im Wahlkampf eine zentrale Rolle gespielt. Sie warb damit, dass die Vollbeschäftigung zu schaffen sei. Insofern können beide die auffällige Häufung des Wortes für sich reklamieren: 466 Mal steht es im Vertrag.

Das Wort „Europa“
Als Erdteil angesehener westlicher Teil Eurasiens

Merkel und Schulz glauben an Europa. Der SPD-Kanzlerkandidat fordert Vereinigte Staaten von Europa bis 2025. Merkel wirbt stetig für Europa und offene Märkte. Kein Wunder, dass Europa 298 Mal im Koalitionsvertrag notiert wurde.

Bosbach über Koalitionsvertrag: „So klein müssen wir uns nicht machen“

  Bosbach über Koalitionsvertrag: „So klein müssen wir uns nicht machen“ Bosbach über Koalitionsvertrag: „So klein müssen wir uns nicht machen“Politisch-inhaltlich kann ich dem Koalitionsvertrag zustimmen, obwohl ich nicht erkennen kann, dass sich die Union deutlich durchgesetzt hätte. Aber man muss da Kompromisse machen. Der eigentliche Kritikpunkt ist die Ressortverteilung.

Die SPD -Spitze hat ihre Partei mit einem Gruppenfoto darüber informiert, dass der Koalitionsvertrag mit der Union steht. Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten . Sonntag, 11 februar 2018.

Höchstwert seit Wiedervereinigung: SPD wieder mitgliederstärkste Partei Deutschlands . Ein Grund dürfte auch die Mitgliederabstimmung zum Koalitionsvertrag sein. Analyse des Koalitionsvertrags - Was uns Union und SPD mit ihrer Wortwahl verraten .

Die Wortwahl der Verhandlungspartner verrät viel über den Einfluss der Parteien auf das Dokument. Foto: dpa © dpa Die Wortwahl der Verhandlungspartner verrät viel über den Einfluss der Parteien auf das Dokument. Foto: dpa

Das Wort „Wirtschaft“
Gesamtheit der Einrichtungen und Maßnahmen

Martin Schulz „Zukunftsplan“ wurde von der Wirtschaft kritisiert. Aber auch Merkel musste sich zuletzt immer mehr Kritik gefallen lassen, da sie viele Vorschläge der Sozialdemokraten übernahm. Öffentlich aber beteuern Union wie SPD, dass die Wirtschaft der Motor der Gesellschaft sei. Auch in den Wahlprogrammen der beiden Parteien war der Begriff gleich prominent vertreten. So auch im Koalitionsvertrag. 258 Mal findet sich das Wort.

Das Wort „Sozial“
Die soziale Frage

Glaubt man Martin Schulz, sind breite Bevölkerungsschichten in Deutschland verarmt. Im Wahlkampf konnte die SPD kaum mit dem Megathema soziale Gerechtigkeit punkten. Auch im Koalitionsvertrag konnte die SPD den Begriff nur ein einziges Mal unterbringen. Dafür wurde 157 Mal das Wort „sozial“ notiert.

Das Wort „Entlasten“
Hoffnung der Bürger und der Wirtschaft

Sowohl Union wie auch SPD haben im Wahlkampf versprochen, die Bürger zu entlasten. Die Union versprach eine Senkung der Einkommensteuer um 15 Milliarden Euro jährlich plus den Abbau des Solidaritätszuschlags. Auch die SPD hatte sich Steuersenkungen für untere und mittlere Einkommen auf die Fahne geschrieben. Übrig geblieben ist davon im Koalitionsvertrag nur der Einstieg in den Soli-Abbau ab dem Jahre 2021. Immerhin gibt es auch eine Entlastung bei den Sozialbeiträgen. Wirkliches Gewicht hat das in dem Vertrag aber nicht. Das Wort „entlasten“ findet sich nur 15 Mal.

Laschet warnt CDU vor Rechtsruck .
Laschet warnt CDU vor Rechtsruck In der Diskussion um eine Neuausrichtung hat der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet seine Partei vor einem Rechtsruck gewarnt.«Wir müssen deutlich machen, dass der Markenkern der Christlich Demokratischen Union eben nicht das Konservative ist, sondern dass das christliche Menschenbild über allem steht», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (F.A.S.). Zuvor waren Forderungen aus der Union laut geworden, verstärkt auch die demokratische Rechte anzusprechen und damit der AfD Konkurrenz zu machen.

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