Welt & Politik SPD entscheidet über Gespräche mit der Union

10:50  07 dezember  2017
10:50  07 dezember  2017 Quelle:   dpa

Martin Schulz mit knapp 82 Prozent als SPD-Vorsitzender wiedergewählt

  Martin Schulz mit knapp 82 Prozent als SPD-Vorsitzender wiedergewählt Der SPD-Parteitag hat Martin Schulz als Parteivorsitzenden wiedergewählt. Schulz erhielt am Donnerstag in Berlin 81,94 Prozent der Stimmen. Damit blieb der gescheiterte Kanzlerkandidat deutlich unter dem Rekordergebnis von 100 Prozent, das er bei seiner ersten Wahl an die SPD-Spitze im März erhalten hatte. Schulz sprach von einem "Vertrauensbeweis" und nahm die Wahl an."Am 19. März habt ihr mich mit 100 Prozent ausgestattet. Das war ein schöner Moment, aber danach kamen auch schwierige Zeiten", sagte er mit Blick auf das historisch schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl. "Jetzt habt ihr mich mit 81,94 Prozent ausgestattet.

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Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter " auswählen. Kehrtwende: SPD -Spitze will nun doch mit Union über Koalition reden.

Martin Schulz war im März mit dem Rekordergebnis von 100 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Sigmar Gabriel gewählt worden. © Foto: Kay Nietfeld Martin Schulz war im März mit dem Rekordergebnis von 100 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Sigmar Gabriel gewählt worden.

Zweieinhalb Wochen nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen entscheidet die SPD heute, ob sie Gespräche mit der Union über eine große Koalition aufnimmt.

Anschließend stellt sich auf einem Parteitag in Berlin Parteichef Martin Schulz zur Wiederwahl. Im März war er mit dem Rekordergebnis von 100 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Sigmar Gabriel gewählt worden.

Die SPD hatte sich nach ihrem schlechtesten Ergebnis bei einer Bundestagswahl im September dazu entschlossen, in die Opposition zu gehen. Nach dem Scheitern der fünfwöchigen Jamaika-Sondierungsgespräche soll diese Entscheidung nun auf dem Parteitag revidiert werden. Die Parteispitze schlägt den 600 Delegierten vor, «ergebnisoffene» Gespräche mit der Union zu führen.

Neben der Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der Union sind auch eine Tolerierung einer Minderheitsregierung und Neuwahlen möglich. Stimmt der Parteitag dem Antrag der Parteispitze zu, will Schulz nächste Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer sprechen.

Gegen eine neue große Koalition gibt es massiven Widerstand in der SPD. Die Jungsozialisten wollen heute beantragen, dass ein Regierungsbündnis mit der Union ausgeschlossen wird.

SPD-Politiker weiterhin skeptisch gegenüber neuer "GroKo" .
SPD-Politiker bleiben skeptisch gegenüber einer Neuauflage der großen Koalition. "Ich plädiere dafür, andere Wege als eine Neuauflage von Schwarz-Rot zu suchen", sagte die am Donnerstag neu gewählte stellvertretende Parteivorsitzende Natascha Kohnen der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag. Sie sprach sich dafür aus, stattdessen "intensiv über eine Minderheitsregierung zu diskutieren".Der SPD-Parteitag in Berlin hatte am Donnerstag "ergebnisoffenen Gesprächen" mit der Union über eine Zusammenarbeit bei der Regierungsbildung zugestimmt. Einen "Automatismus" in Richtung große Koalition soll es dabei aber ausdrücklich nicht geben.

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