Welt & Politik ZDF-Sendung "Klartext" : Schulz fordert zweites TV-Duell mit Merkel

13:33  13 september  2017
13:33  13 september  2017 Quelle:   RP ONLINE

Nach TV-Duell: Endspurt für Union und SPD

  Nach TV-Duell: Endspurt für Union und SPD Nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz versuchen Union und SPD Schwung für den Endspurt zur Bundestagswahl zu holen. Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht die Wahl am 24. September nicht entschieden - auch wenn Merkel nach Umfragen das TV-Duell am Sonntagabend für sich entschied. CDU und CSU gingen nun mit großer Zuversicht in den Schlussspurt, sagte Kauder der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er mahnte jedoch: «Wir wissen aber auch: Die Wahl wird nicht in einem TV-Duell entschieden.

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Kanzlerkandidat Martin Schulz stellt sich in der ZDF-Sendung © dpa, tba Kanzlerkandidat Martin Schulz stellt sich in der ZDF-Sendung "Klartext" Fragen der Bürger.

In der ZDF-Sendung "Klartext" stellte sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz den Fragen der Zuschauer. Teils überzeugte er mit präzisen Antworten, teils schien er sich selbst mit finanziellen Zugeständnissen überbieten zu wollen. Und am Ende hatte er noch eine Botschaft für die Kanzlerin.

Martin Schulz dürfte derzeit die zermürbendsten Tage des bisherigen Wahlkampfs erleben. Weniger als zwei Wochen vor der Bundestagswahl sieht sich der SPD-Kanzlerkandidat mit miserablen Umfrageergebnissen konfrontiert, teils wähnen die Demoskopen die SPD nur bei 21 Prozent. Schlechter stand die Partei noch nicht da, seit er zum SPD-Chef gewählt wurde und die Rolle des Herausforderers gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übernahm.

CSU: CSU feiert ihre Kanzlerin

  CSU: CSU feiert ihre Kanzlerin Wenn es um Angela Merkel geht, kann sich die CSU oft nicht zurückhalten – die Kritik wird offen und ohne Rücksicht formuliert. Nach dem TV-Duell am Sonntag gegen den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz überschlägt sich die Partei jedoch mit Lob. Bei der CSU kam Merkel im TV-Duell gut an – auch wenn sie einigen nicht zupackend genug war. Von den Streitpunkten der Vergangenheit ist scheinbar nichts mehr übrig.

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Vielen Dank! Panne bei SPD: Erfolg von Schulz im TV - Duell gegen Merkel vermeldet.

Andererseits muss Schulz jetzt einen Endspurt absolvieren, ist nahezu täglich auf einem anderen Marktplatz irgendwo in der Republik zu Gast und soll dort immer frisch, immer kämpferisch, immer nahbar wirken. Das schlaucht, auch wenn es sich Schulz am Dienstagabend im ZDF nicht anmerken lässt. Auch dort versucht er sich wieder kämpferisch und nahbar zu zeigen - und so frisch, wie es über 90 Minuten Live-Sendung eben geht.

Die Nachricht des Abends hob sich Schulz aber für den Schluss auf: Er habe Merkel einen Brief geschrieben, in dem er sie zu einem zweiten TV-Duell herausfordere, sagte er. Das erste und bisher einzige Duell gab es am 3. September. Hinterher als "Duett" zweier Großkoalitionäre verspottet und für einen Mangel an Themenvielfalt kritisiert, blieb insgesamt kein guter Eindruck vom Schlagabtausch der Kanzlerin und ihrem Herausforderer. Keiner konnte davon profitieren.

Opposition sieht in TV-Duell Signal für Fortsetzung der großen Koalition

  Opposition sieht in TV-Duell Signal für Fortsetzung der großen Koalition Opposition sieht in TV-Duell Signal für Fortsetzung der großen KoalitionDie Ko-Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, sprach von einer "großkoalitionären Kuschelrunde". Es habe sich gezeigt, dass sich das Format eines Duells von Union und SPD überlebt habe, "wenn man die Unterschiede mit der Lupe suchen muss". Sie kritisierte insbesondere, dass das Thema der sozialen Gerechtigkeit "nur am Rande gestreift wurde". Die Kinderarmut oder der Reichtum Einzelner etwa seien nicht zur Sprache gekommen.

Viele werden es übers Wochenende bereits erfahren haben, dass Jochen überraschend gestorben ist. Wir brauchen jetzt alle ein paar Momente der Ruhe und Besinnung, um dann auch zu überlgen wie es weitergeht. Auf Grund des Trauerfalles und in Übereinstimmung mit den Angehörigen ist die Webseite

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Präsidenten der

Ein Underdog muss alles versuchen

Im Gegenteil: Schulz sackte danach mit der SPD noch weiter in den Umfragen ab. Jetzt also macht Schulz das Angebot aus dem Selbstverständnis heraus, dass er die besseren Antworten auf Fragen nach Bildung, Digitalisierung und sozialer Gerechtigkeit habe. Alles Themen, die beim ersten Duell zu kurz kamen. Allerdings schwingt darin auch der Ausdruck des Verzweifelten mit. Des Underdogs, der alles tun muss, um Merkel in eine Debatte zu verwickeln, um die eigenen Wähler noch zu mobilisieren und eine möglichst große Zahl der vielen Unentschlossenen für sich zu gewinnen.

Das Townhall-Format im ZDF half Schulz dabei schon mal, diesen Eindruck konnten die Zuschauer zur besten Sendezeit am Dienstagabend gewinnen. Schulz gab sich gleich zu Beginn selbstbewusst: "Ich will Bundeskanzler werden, na klar." Im Gespräch mit einer Rentnerin aus Hamburg, die mit ihrem Mann wegen eines anstehenden Umbaus der Wohnung gezwungen wird auszuziehen, begegnete er emphatisch und entschlossen zugleich.

Nach TV-Duell: Türkei kritisiert "Populismus und Ausgrenzung"

  Nach TV-Duell: Türkei kritisiert Sowohl Angela Merkel als auch Martin Schulz haben eine härtere Gangart gegenüber der Türkei angekündigt. Beide wollen offenbar die EU-Beitrittsverhandlungen abbrechen. Nun schießt die Regierung in Ankara zurück. Es waren ganze Twitter-Salven, mit denen der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan seinen Unmut über den deutschen Wahlkampf äußerte. Dass die deutsche Politik sich "dem Populismus und der Ausgrenzung" beuge, schüre Diskriminierung und Rassismus, teilte Ibrahim Kalin (Artikelbild) über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

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Berlin (dpo) - Die letzten Vorbereitungen laufen. Kurz vor dem einzigen TV - Duell vor der Bundestagswahl gegen Herausforderer Martin Schulz (SPD) ließ sich Angela Merkel (CDU) heute zur Sicherheit noch einmal frisch mit Teflon überziehen.

Dass der Vermieter die Kosten nach dem Umbau von 230 auf 800 Euro kalt erhöhen wolle, nannte Schulz Wucher. ZDF-Chefredakteur Peter Frey überraschte Schulz dann: Blöd nur, dass es sich beim Vermieter um eine städtische Wohnungsbaugenossenschaft im SPD-regierten Hamburg handelt, oder? Schulz machte den vielleicht besten Punkt des Abends: "Das interessiert mich nicht, das interessiert auch die Mieter nicht", entgegnete er. Er wolle die Genossenschaft trotzdem fragen, ob die einen Knall hätten. Applaus.

Immer wieder gelang es ihm, die Schuld für liegengebliebene Gesetze bei Angela Merkel persönlich festzumachen. Verschärfung der Mietpreisbremse, Einführung einer Musterfeststellungsklage für mehr Verbraucherrechte betrogener Diesel-Fahrer, Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Schulz schaffte es auch, einer wütenden und verängstigten Frau in der Flüchtlingsdebatte behutsam den Wind aus den Segeln zu nehmen: Sie sagt, die Zahl sexueller Übergriffe habe mit den Flüchtlingen zugenommen, Schulz entgegnet, Straftäter müssten konsequent abgeschoben werden, und sie fügt hinzu: Die Zahl der Übergriffe sei um mehr als 500 Prozent angestiegen.

Schulz: "Merkel kann gerne als Vizekanzlerin in mein Kabinett"

  Schulz: Kritiker sehen in Schulz' "roten Linien" seine Bewerbung auf die Rolle als Juniorpartner in der nächsten großen Koalition. Schulz bleibt kämpferisch.• Zu seinen vier Punkten zählen gerechte Löhne, Chancengleichheit bei der Bildung, eine sichere Altersvorsorge und ein demokratisches Europa als "unverhandelbare" Positionen der SPD.

Berlin (dpo) - Seine Kräfte sind beinahe aufgebraucht: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich vor wenigen Minuten während seines TV - Duells mit Angela Merkel an den Rand des Studios geschleppt und mit Sigmar Gabriel abgeklatscht, der sich zuvor warm gemacht hatte.

Berlin (dpo) - Das TV - Duell zwischen Martin Schulz und Angela Merkel hat begonnen! Soeben überreicht der Unpartaiische den beiden Kontrahenten die Pistolen, von deren ordnungsgemäßem Zustand sich die Sekundanten der beiden zuvor bereits überzeugt haben.

Schulz hält inne und fragt nach der Quelle. Die Frau sagt, das habe sie aus dem Internet gezogen. Im Studio erntet sie dafür Gelächter, Schulz bleibt trotzdem ernst. In Ordnung, er werde das prüfen, sagt er. Ein weiterer Punkt für den SPD-Kandidaten. Selbst als eine junge Frau kritisch auf den mutmaßlich menschenunwürdigen Umgang der libyschen Küstenwache mit Flüchtlingen auf dem Mittelmeer hinweist, kann Schulz das Gespräch für sich entscheiden. Er bleibt konsequent und hält ihr entgegen: "Mit einer Küstenwache, die verhindert, dass Menschen ohne Navigation und Verpflegung aufs Mittelmeer geschickt werden, arbeite ich zusammen."

Mehr Geld für fast alle

Und dennoch entstand in der Sendung oftmals der Eindruck, Schulz verteile nur allzu leichtfertig Geld mit beiden Händen, um dem Wählerwillen gerecht zu werden: Mehr Geld in die Pflege (obwohl es dem Pfleger aus dem Publikum darum gar nicht primär ging), mehr Geld für die Polizei im Kampf gegen hohe Einbrecherzahlen, mehr Geld in Bildung, mehr Investitionen in die Kommunen bis hin zu einer Untertunnelung Leverkusens, um die Zahl von Stickoxid-Toten zu reduzieren.

Fast alle Fragesteller zeigten sich hinterher überzeugt von Schulz' Antworten, das hatte er erreicht. Er rückte nah an sie heran, schüttelte Hände, setzte sich neben sie. Schulz zum Anfassen und Ausquetschen, das Format mit etwas mehr Tiefgang tat ihm gut. Und es tat nach zahlreichen deutlich schnelleren Sendungskonzepten wohl auch vielen Wählern gut.

Am Donnerstag wird sich Angela Merkel den Fragen im "Klartext"-Format und damit einem Fernduell stellen. Es wird einer der wenigen vergleichbaren Auftritte vor der Wahl bleiben - es sei denn, die Kanzlerin stimmt nach Schulz' Brief tatsächlich noch einem zweiten TV-Duell zu.

ARD-„Deutschlandtrend“: SPD nur noch acht Prozentpunkte vor der AfD .
Die Sozialdemokraten geben sich dennoch weiter kämpferisch.„Unser Programm ist besser, deswegen werden wir die Wahl auch gewinnen“, betonte Schulz. Wiederholt rief er Merkel auf, sich einem zweiten TV-Duell zu stellen. Dort wolle er in aller Öffentlichkeit mit ihr über Zukunftsthemen wie Bildung, Digitalisierung und Rüstungsausgaben sprechen. „Zu Lande, zu Wasser und in der Luft, ich stehe zu einem erneuten Duell, dass den Namen dann aber auch verdient“, sagte Schulz. Zuletzt hatte sich die CDU gegen ein zweites TV-Duell mit Schulz ausgesprochen.

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