Welt & Politik Merkel bietet Vermittlung im Konflikt mit Nordkorea an

09:10  11 september  2017
09:10  11 september  2017 Quelle:   dpa

Merkel und Putin dringen auf friedliche Lösung von Korea-Konflikt

  Merkel und Putin dringen auf friedliche Lösung von Korea-Konflikt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin haben wegen des Nordkorea-Konflikts miteinander telefoniert und sich für eine friedliche Lösung ausgesprochen. © REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPEN... Die Krise könne nur auf politischem und diplomatischem Weg gelöst werden, erklärten beide Seiten am Montagnachmittag nach dem Gespräch.

Berlin - Der Konflikt mit Nordkorea spitzt sich immer weiter zu. Um eine militärische Auseinandersetzung zu vermeiden, muss miteinander gesprochen werden. Das findet auch Kanzlerin Merkel und bietet ihre diplomatische Hilfe an.

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Nordkoreanische Soldaten salutieren vor dem Großmonument Mansudae in Pyongyang, Nordkorea, um an den 69. Jahrestag der Gründung des Landes zu erinnern. © Foto: Uncredited/Kyodo News Nordkoreanische Soldaten salutieren vor dem Großmonument Mansudae in Pyongyang, Nordkorea, um an den 69. Jahrestag der Gründung des Landes zu erinnern.

Deutschland will mit seiner Erfahrung in internationalen Vermittlungen aktiv bei der diplomatischen Beilegung der Krise um Nordkoreas Atomrüstung helfen.

Vor den heiklen Beratungen im UN-Sicherheitsrat über neue Sanktionen gegen Nordkorea erklärte die Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Wenn unsere Beteiligung an Gesprächen gewünscht wird, werde ich sofort ja sagen.» Sie verwies dabei im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»(«F.A.S.») auf die guten Erfahrungen mit den Atomverhandlungen mit dem Iran.

Merkel und Putin dringen auf friedliche Lösung von Korea-Konflikt

  Merkel und Putin dringen auf friedliche Lösung von Korea-Konflikt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin haben wegen des Nordkorea-Konflikts miteinander telefoniert und sich für eine friedliche Lösung ausgesprochen. © REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPEN... Die Krise könne nur auf politischem und diplomatischem Weg gelöst werden, erklärten beide Seiten am Montagnachmittag nach dem Gespräch.

Russland bietet Vermittlung im Katar- Konflikt an.

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Acht Tage nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas will der UN-Sicherheitsrat an diesem Montag über sein weiteres Vorgehen beraten. Die USA wollen verschärfte Sanktionen gegen Pjöngjang durchsetzen und haben auch ein Ölembargo ins Spiel gebracht. Nordkorea droht für diesen Fall mit Gegenmaßnahmen. In den vergangenen Tagen hatte Merkel bereits mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und anderen Beteiligten beraten und sich für eine diplomatische Lösung und weitere Sanktionen ausgesprochen.

Am Tag seiner Staatsgründung am Samstag erklärte sich Nordkorea zur «unbezwingbaren Atommacht». Staatsmedien zufolge feierte der Machthaber Kim Jong Un bei einem Bankett zu Ehren seiner Atomtechniker «den jüngsten Test einer Wasserstoffbombe als großen Sieg, den die Koreaner mit ihrem Blut» errungen hätten.

Merkel bietet Vermittlung im Konflikt mit Nordkorea an

  Merkel bietet Vermittlung im Konflikt mit Nordkorea an Deutschland will mit seiner Erfahrung in internationalen Vermittlungen aktiv bei der diplomatischen Beilegung der Krise um Nordkoreas Atomrüstung helfen. Vor den heiklen Beratungen im UN-Sicherheitsrat über neue Sanktionen gegen Nordkorea erklärte die Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Wenn unsere Beteiligung an Gesprächen gewünscht wird, werde ich sofort ja sagen.» Sie verwies dabei im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»(«F.A.S.») auf die guten Erfahrungen mit den Atomverhandlungen mit dem Iran.

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"Ein solches Format könnte ich mir auch für die Beilegung des Nordkorea - Konflikts vorstellen. Europa und speziell Deutschland sollten bereit sein, dazu einen sehr aktiven Teil beizutragen", sagte Merkel weiter.

Bei ihrem Vermittlungsangebot verwies Merkel (CDU) in dem «F.A.S.»-Gespräch auf die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, an denen Deutschland neben den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat teilgenommen hatte. Diese «lange, aber wichtige Zeit der Diplomatie» sei im vergangenen Jahr zu einem «guten Ende» gekommen. «Ein solches Format könnte ich mir auch für die Beilegung des Nordkorea-Konflikts vorstellen. Europa und speziell Deutschland sollten bereit sein, dazu einen sehr aktiven Teil beizutragen», sagte die Kanzlerin.

Neben Xi hat Merkel dem Bericht zufolge bereits mit den Präsidenten Frankreichs, der USA und Südkoreas sowie dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe telefoniert. Ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der gegen Sanktionen ist, solle am Montag folgen. Merkel habe dafür geworben, den Druck auf Pjöngjang mittels Sanktionen zu verstärken, um Nordkoreas Bereitschaft zu einer Verhandlungslösung zu erhöhen.

Putin warnt vor Ausweitung von Nordkorea-Konflikt

  Putin warnt vor Ausweitung von Nordkorea-Konflikt Der russische Präsident Wladimir Putin hat vor einer Ausweitung des Nordkorea-Konflikts gewarnt. Militärischer Druck sei eine "Sackgasse", erklärte Putin am Freitag in Moskau. Nur durch einen vorbehaltlosen Dialog könne "ein Konflikt großen Ausmaßes" in der Region vermieden werden. Putin reagierte damit auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch auf Twitter geschrieben hatte: "Reden ist nicht die Lösung". In den vergangenen Wochen hatte Trump zudem mehrfach mit einem militärischen Eingreifen gedroht."Provokationen, Druck und militärische und beleidigende Rhetorik sind eine Sackgasse", warnte Putin.

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Die geplante Sitzung des Sicherheitsrats könnte noch verschoben werden oder ohne Abstimmung enden. US-Botschafterin Nikki Haley hatte sich nach dem nordkoreanischen Atomtest für stärkere Sanktionen wie ein Öl-Embargo und ein Einfrieren aller ausländischen Vermögenswerte von Kim Jong Un stark gemacht und eine entsprechende Resolution vorgelegt. Die beiden Vetomächte China und Russland haben dem Entwurf bisher noch nicht zugestimmt.

Anders als von Südkorea erwartet verzichtete Nordkorea an seinem Nationalfeiertag auf einen Atomtest. Die offizielle Zeitung «Rodong Sinmun» rief aber dazu auf, das Raketen- und Atomprogramm auszubauen, um Nordkorea gegen die USA zu schützen. Solange Washington an seiner «feindseligen Politik» festhalte, würden die USA «weiter große und kleine Geschenkpakete von uns erhalten». Nordkorea hatte die Tests von Interkontinentalraketen im Juli und den Atomtest am vergangenen Sonntag als Geschenke bezeichnet.

Die Tests verstoßen gegen UN-Resolutionen. Nordkorea ist nach eigenen Angaben in der Lage, Wasserstoffbomben auf Langstreckenraketen zu montieren, die die USA erreichen können. Wasserstoff- oder H-Bomben sind um ein Vielfaches stärker als herkömmliche Atombomben. Ob es sich bei dem Versuch tatsächlich um eine H-Bombe handelte, konnte bisher nicht unabhängig bestätigt werden.

Südkorea antwortet mit Militärübung auf Nordkoreas Atomwaffentest .
Nach dem neuen nordkoreanischen Atomtest hat Südkorea den Angriff auf das Testgelände des nördlichen Nachbarn geprobt. Zusammen mit den USA und Japan setzt sich Seoul für neue UN-Sanktionen ein.Südkorea will außerdem gemeinsam mit den USA und Japan weitere Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea erreichen. Südkoreas Präsident Moon Jae In und der japanische Regierungschef Shinzo Abe hätten sich in einem Telefongespräch darauf verständigt, sich für einen weiteren Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrats einzusetzen, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Der Druck solle verstärkt werden, bis das weitgehend abgeschottete Regime in Pjöngjang bereit zum Dialog sei.

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