Welt & Politik Opposition sieht in TV-Duell Signal für Fortsetzung der großen Koalition

20:21  04 september  2017
20:21  04 september  2017 Quelle:   AFP

Nach TV-Duell: Endspurt für Union und SPD

  Nach TV-Duell: Endspurt für Union und SPD Nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz versuchen Union und SPD Schwung für den Endspurt zur Bundestagswahl zu holen. Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht die Wahl am 24. September nicht entschieden - auch wenn Merkel nach Umfragen das TV-Duell am Sonntagabend für sich entschied. CDU und CSU gingen nun mit großer Zuversicht in den Schlussspurt, sagte Kauder der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er mahnte jedoch: «Wir wissen aber auch: Die Wahl wird nicht in einem TV-Duell entschieden.

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Merkel und Schulz am Sonntag beim TV-Duell: Nach dem TV-Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz haben Linke und Grüne den Regierungsparteien vorgeworfen, auf eine Neuauflage der großen Koalition zuzusteuern. © Bereitgestellt von AFP Nach dem TV-Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz haben Linke und Grüne den Regierungsparteien vorgeworfen, auf eine Neuauflage der großen Koalition zuzusteuern.

Nach dem TV-Duell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz haben Linke und Grüne den Regierungsparteien vorgeworfen, auf eine Neuauflage der großen Koalition zuzusteuern. Der am Sonntagabend ausgestrahlte Schlagabtausch sei eigentlich kein Duell gewesen, sondern eine "großkoalitionäre Therapieveranstaltung", sagte Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch am Montag in Berlin. CSU-Chef Horst Seehofer warnte die Union vor verfrühter Siegesgewissheit, bei der SPD gab es Kritik am Format der Sendung.

CDU und FDP sacken in Umfrage vor Niedersachsen-Wahl ab

  CDU und FDP sacken in Umfrage vor Niedersachsen-Wahl ab Fünfeinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen hat die CDU in einer Umfrage an Boden verloren. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Norddeutschen Rundfunk kommen die Christdemokraten von Landeschef Bernd Althusmann auf 37 Prozent - drei Punkte weniger als einen Monat zuvor. Die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil kann jedoch nicht profitieren und verharrt bei 32 Prozent. Einen Zugewinn von einem Punkt können die Grünen verbuchen, die bei zehn Prozent landen. Die FDP verliert hingegen einen Punkt und wird bei sechs Prozent verortet.

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gelöscht. Operationsverstärker als Vergleicherschaltung für nur ein Signal ? -

Die Ko-Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, sprach von einer "großkoalitionären Kuschelrunde". Es habe sich gezeigt, dass sich das Format eines Duells von Union und SPD überlebt habe, "wenn man die Unterschiede mit der Lupe suchen muss". Sie kritisierte insbesondere, dass das Thema der sozialen Gerechtigkeit "nur am Rande gestreift wurde". Die Kinderarmut oder der Reichtum Einzelner etwa seien nicht zur Sprache gekommen.

Grünen-Chef Cem Özdemir bemängelte, dass die beiden Kandidaten von Union und SPD nichts zu Klima und Bildung gesagt hätten. "Wann geht's eigentlich mal um die Zukunft?", schrieb der Spitzenkandidat seiner Partei im Kurzbotschaftendienst Twitter. Ko-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sagte in Berlin: "Das war kein Duell, das war ein Duett der großen Koalition." Es hätten zwei miteinander gesprochen, die gemeinsam regieren wollten.

Abrashi: "Ein Riesenscheiß, das gefällt mir gar nicht"

  Abrashi: Die Szene war natürlich das große Gesprächsthema rund um das 0:0 zwischen Freiburg und Dortmund. SC-Debütant Yoric Ravet hatte nach einem Foul an Marcel Schmelzer zunächst Gelb, nach Ansicht der TV-Bilder dann aber Rot durch Schiedsrichter Benjamin Cortus gesehen. Der erste Platzverweis durch den Videoassistenten in der Bundesligahistorie. Mit diesem speziellen Prozedere kann sich ein Freiburger Akteur gar nicht anfreunden."Wir wussten, dass es nur so geht und wenn sich jeder den Hintern aufreißt. Die Hauptsache war, kein Tor zu kriegen.

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SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erwartet von dem TV-Duell Rückenwind für seine Partei für die Bundestagswahl am 24. September. Schulz habe in vielen Bereichen gepunktet, sagte er in Berlin. Er warf den beteiligen Fernsehanstalten aber vor, den Schlagabtausch schlecht organisiert zu haben. Er wünsche sich ein TV-Modell, bei dem die Alltagssorgen stärker im Vordergrund stehen.

Bei dem über 90 Minuten langen TV-Duell vom Sonntagabend war es in weiten Teilen um außenpolitische Fragen wie die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei oder Nordkorea gegangen. Umfragen zufolge ging Merkel als Siegerin aus dem Schlagabtausch hervor.

CSU-Chef Horst Seehofer warnte die Unionsparteien nach dem TV-Duell vor Übermut. Er empfehle mit Blick auf die Bundestagswahl dringend, "auf dem Boden zu bleiben", sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe). Das Duell sei für die Union zwar "gut verlaufen, weil die Kanzlerin auch auf die Angriffe von Martin Schulz souverän reagiert hat", sagte Seehofer. Das erwarteten die Menschen aber auch von einer Kanzlerin.

Der CSU-Vorsitzende schränkte zugleich ein: "Erstens haben wir das Problem, unsere Anhänger zu mobilisieren. Die könnten ja jetzt glauben, es ist schon alles gelaufen." Das sei aber nicht der Fall. "Und zweitens wissen wir nicht um die Auswirkungen dieses Duells auf die kleinen Parteien."

Das diesjährige TV-Duell lockte weniger Zuschauer vor den Bildschirm als 2013. Insgesamt schauten sich gut 16 Millionen die Übertragung an, wie die ARD mitteilte. Vor vier Jahren hatten sich 17,6 Millionen Menschen den Schlagabtausch zwischen Merkel und ihrem damaligem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück angeschaut. Die diesjährige Sendung erzielte einen Marktanteil von knapp 46 Prozent.

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Bildung, Rente, Lohngerechtigkeit: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zieht rote Linien und attackiert die Union hart. Trotzdem schließt er eine Neuauflage von Schwarz-Rot nicht aus.• Schulz wehrt sich gegen die Lesart, dass diese "roten Linien" eine Bewerbung um den Juniorposten in einer künftigen großen Koalition seien.

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