Welt & Politik Nordkorea-Krise: Südkoreaner bleiben gelassen – Regierung will Militär aufrüsten

11:50  11 august  2017
11:50  11 august  2017 Quelle:   berliner-zeitung.de

Atomkonflikt: Schärfere Sanktionen gegen Nordkorea einstimmig verabschiedet

  Atomkonflikt: Schärfere Sanktionen gegen Nordkorea einstimmig verabschiedet Die Resolution enthält unter anderem Ausfuhrverbote von Kohle und Eisen.Es ist die achte UN-Resolution im Zusammenhang mit Nordkoreas Atom- und Raketentests seit dem Jahr 2006. Wirkung gezeigt hat bisher keine von ihnen - Pjöngjang setzte seine Tests und sein Atomprogramm trotz aller Warnungen bisher fort.

Nordkorea will Militär aufrüsten . 14.02.2016 | 02:58. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Berichten der Staatsmedien "Richtlinien" für die Stärkung der Streitkräfte und zur Verteidigung des Landes ausgegeben.

Chronologie der Krise . Sendungen. Nordkorea -Konflikt: Japan bleibt misstrauisch. Der Trump-Kim-Gipfel findet doch statt. Zusage, Absage, Zusage: US-Präsident Trump will Nordkoreas Machthaber Kim nun doch am 12.

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Auch wenn die Zehn-Millionen-Metropole Seoul gerade einmal 55 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt liegt, ist von Krisenstimmung im Stadtbild nichts zu spüren: Im Geschäftsviertel rund um den Rathausplatz strömen die Angestellten gegen Mittag in die umliegenden Restaurants, ältere Frauen verteilen Werbeflugblätter in den Fußgängerzonen, Touristen flanieren entlang des restaurierten Cheonggyecheon-Bachs.

Die Drohungen aus dem Norden der koreanischen Halbinsel lassen die meisten Menschen hier ziemlich kalt. „Die meisten Koreaner sind gerade viel mehr besorgt wegen der Sommerhitze“, sagt die 23 Jahre alte Studentin Lee Ji Yoon, die im Moment ein Praktikum im Stadtzentrum von Seoul absolviert: „Nordkorea versucht ja seit Ewigkeiten, die Welt zu bedrohen. Die meisten von uns denken, dass das schon wieder vorbeigehen wird.“

Südkorea blitzt bei Kims Aussenminister ab

  Südkorea blitzt bei Kims Aussenminister ab Am Asean-Forum auf den Philippinen haben sich die Aussenminister Nord- und Südkoreas getroffen. Das Gespräch fiel sehr kurz aus. Die Aussenminister von Nord- und Südkorea haben sich nach einem Agenturbericht am Rande des Asean-Regionalforums in Manila getroffen.Bei dem kurzen Zusammentreffen in der philippinischen Hauptstadt habe die südkoreanische Chefdiplomatin Kang Kyung-wha ihren nordkoreanischen Kollegen Ri Hong-yo aufgefordert, das Angebot zum Dialog anzunehmen, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf einen Vertreter des Aussenamts in Seoul.Ri habe dies zurückgewiesen.

Eigene Manöver finden fernab der feindlichen Truppen statt. Die 1,2 Millionen Soldaten bleiben in den Kasernen. Macht abgeben will der Führer aber nicht. Privateigentum wie in China soll es nicht geben. Und eines scheint fest zu stehen: In die nächste innenpolitische Krise wird Nordkorea

Ob diese Aussage von Nordkoreas Regierung tatsächlich so geäußert wurde, lässt sich nicht beurteilen. Zwischen mindestens 100.000 und – gemäß höchsten Schätzungen – 1,2 Millionen Südkoreaner sollen von Truppen der eigenen Regierung ermordet worden sein.

Keine Reisewarnung für Südkorea

Für Lars-André Richter, den Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul, ist die öffentliche Meinung jedoch nur bedingt ein Indikator für den Ernst der Lage: „In der Gelassenheit der Leute steckt immer auch ein wenig Fatalismus.“ In seinen bisher fünf Jahren in der südkoreanischen Hauptstadt habe er zwar schon einige Nordkorea-Krisen erlebt. So angespannt wie jetzt sei die Lage aber noch nie gewesen: „Das liegt wohlgemerkt nicht nur an (US-Präsident Donald) Trump, sondern vor allem an den Fortschritten der nordkoreanischen Atom- und Raketenpolitik.“

Bislang hat die deutsche Botschaft keine Reisewarnung für Südkorea herausgegeben oder interne Sicherheitsmeetings einberufen. Unter vorgehaltener Hand lässt sich jedoch in diplomatischen Kreisen eine gewisse Angespanntheit feststellen.

Nukleare Bedrohung - Nagasaki gedenkt Opfern der Atombombe vor 72 Jahren

  Nukleare Bedrohung - Nagasaki gedenkt Opfern der Atombombe vor 72 Jahren Nukleare Bedrohung - Nagasaki gedenkt Opfern der Atombombe vor 72 JahrenEs herrsche Angst vor einem weiteren Nuklear-Angriff, sagte der Bürgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue, bei der Gedenkveranstaltung auf dem Friedensplatz in Nagasaki. Er forderte am Mittwoch alle atomar bewaffneten Staaten zur Abrüstung auf. Er kritisierte die japanische Regierung, nicht zum UN-Atomwaffenverbot beizutragen. Japan steht unter dem nuklearen Schutzschirm der Vereinigten Staaten.

Nordkorea ist eine Armee, die sich ein Land hält. Es ist durch und durch militarisiert, das Militär hat höchste Priorität. Ob sich die asiatischen Staaten oder selbst arabische oder afrikanischen Staaten davon noch dominieren lassen wollen, bleibt abzuwarten.

Stimmungs-Check | So reagieren Südkoreaner auf die Kim-Krise. In seinen bisher fünf Jahren in der südkoreanischen Hauptstadt habe er zwar schon einige Nordkorea - Krisen erlebt. Die Möglichkeit zum Dialog bleibe jedoch weiterhin offen, hieß es nach Angaben von Präsidentensprecher Park Soo

Nordkorea soll sämtliche Provokationen einstellen

Während eines am Donnerstag einberufenen Dringlichkeitstreffens des nationalen Sicherheitsrates in Seoul, an dem neben hochrangigen Sicherheitsberatern auch Außenministerin Kang Kyung Wha teilnahm, wurde Nordkorea dazu aufgefordert, sämtliche Provokationen einzustellen. Die Möglichkeit zum Dialog bleibe jedoch weiterhin offen, hieß es nach Angaben von Präsidentensprecher Park Soo Hyun.

Für den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In ist die aktuelle Krise vor allem eine Gratwanderung zwischen seinen pazifischen Überzeugungen und einem sich zuspitzenden Konflikt mit Nordkorea. Kurz nach seinem Amtsantritt erteilte er noch Genehmigungen für humanitäre Hilfsprojekte in Nordkorea, visierte Familienzusammenführungen der im Korea-Krieg getrennten Familien an und stellte sogar eine Wiedereröffnung der Sonderwirtschaftszone Kaesong in Aussicht.

Bundesverteidigungsministerin - Von der Leyen will in Berlin bleiben

  Bundesverteidigungsministerin - Von der Leyen will in Berlin bleiben Ein Platz in der nächsten Landesregierung in Niedersachsen wäre Ursula von der Leyen sicher. Spekulationen, dass es sie angesichts der politischen Krise in ihrer Heimat in die niedersächsische Landespolitik ziehen könnte, wies die Bundesverteidigungsministerin aber deutlich zurück. "Mein Platz ist in Berlin", sagte von der Leyen der Onlineausgabe der "Passauer Neuen Presse". CDU-Landeschef Bernd Althusmann sei "ein hervorragender Spitzenkandidat". "Mein Platz ist in Berlin", sagte von der Leyen der Onlineausgabe der "Passauer Neuen Presse". CDU-Landeschef Bernd Althusmann sei "ein hervorragender Spitzenkandidat".

Japans rechtskonservative Regierung will die Rolle des Militärs deutlich ausweiten. Als Begründung dient ihr nicht zuletzt die Bedrohung durch Nordkoreas Raketen. Jetzt punktete er bei vielen mit einem Luftangriff auf Syrien. Nur die Frage bleibt : Wie soll es weitergehen, hat Trump eine Strategie?

Junge Südkoreaner hoffen, infolge der Entspannung nicht mehr zum Wehrdienst zu müssen. Putin: China ist und bleibt Russlands Außenhandelspar Den Reformplan will Südkoreas Regierung eigenen Angaben zufolge nach dem Nordkorea -USA-Gipfel am 12.

Südkorea will mächtigere Raktensprengköpfe herstellen

Von den einstigen Plänen ist nun jedoch keine Rede mehr: Stattdessen rief der 64-Jährige zur „vollständigen“ Reform seiner Streitkräfte auf und bat US-Präsident Trump während eines Telefongesprächs am Montag darum, die Bestimmungen des bilateralen Militärabkommens neu zu verhandeln, um mächtigere Raketensprengköpfe herstellen zu können.

Der konservativen Opposition gehen die Verteidigungspläne der Regierung in Seoul jedoch nicht weit genug. Die Liberty Korea Partei rief bereits am Montag dazu auf, dass das US-Militär atomare Sprengköpfe auf südkoreanischem Boden stationieren solle: „Frieden werden wir nicht erreichen, wenn wir darum betteln, sondern nur durch eine Machtbalance“, sagte Parteivorsitzender Hong Joon Pyo.

Nordkorea will Aufmerksamkeit der Welt

Die nordkoreanische Volksarmee erneuerte währenddessen am Donnerstag ihre Androhung eines Raketenangriffes auf die US-Pazifikinsel Guam. Zwar veröffentlicht die staatliche Nachrichtenagentur KCNA nahezu im Wochentakt martialische Androhungen möglicher Vergeltungsschläge. Unüblich ist aber, dass dieses Mal ein konkretes Angriffsziel genannt wurde.

Lars-André Richter von der Friedrich-Naumann-Stiftung glaubt dennoch, dass Nordkorea mit seinen Provokationen vor allem Aufmerksamkeit erreichen möchte, die das Land auch für innenpolitische Zwecke ummünzt. „Kim Jong Un und seine Entourage wollen der Welt zeigen, dass es sie gibt“, sagt Richter: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Land ins offene Messer stürzen will.“ (dpa)

Südkorea und die Angst vor der "roten Linie" .
Südkorea und die Angst vor der "roten Linie"

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