Sport Bitteres Karriereende für Bolt

11:40  13 august  2017
11:40  13 august  2017 Quelle:   SPOX.com

Leichtathletik-WM in London - Bolt joggt ins Halbfinale – Pfiffe für Gatlin

  Leichtathletik-WM in London - Bolt joggt ins Halbfinale – Pfiffe für Gatlin Sprint-Superstar Usain Bolt ist bei der Leichtathletik-WM in London locker ins Halbfinale über 100 m gelaufen und hat sein zwölftes Gold weiter fest im Visier. Der achtmalige Olympiasieger gewann seinen Vorlauf nach einem holprigen Start in 10,07 Sekunden. Am Samstag finden in der britischen Hauptstadt die Halbfinals (20.05 Uhr) und das Finale (22.45 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) statt. "Der Start war der Horror, da lief gar nichts", sagte Am Samstag finden in der britischen Hauptstadt die Halbfinals (20.05 Uhr) und das Finale (22.45 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) statt.

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Usain Bolt liegt nach seinem letzten Rennen verletzt auf dem Boden. © Bereitgestellt von SPOX.com Usain Bolt liegt nach seinem letzten Rennen verletzt auf dem Boden.

Die glanzvolle Karriere des Usain Bolt endete mit einem großen Drama. 50 Meter vor dem Ziel des Staffel-Finals der WM in London ging der Schlussläufer der Jamaikaner verletzt zu Boden. Ausgerechnet in seinem letzten Karriere-Rennen erlebte Bolt einen der bittersten Momente seines großen Sportlerlebens.

Bolt war um 21.56 Uhr britischer Zeit schon mit Rückstand auf die letzte Teilstrecke gegangen, wollte ein letztes Wunder vollbringen. Doch schon nach wenigen Schritten brüllte der 30-Jährige vor Schmerzen auf und ging offenbar am Oberschenkel verletzt zu Boden. Nach langen Minuten humpelte er auf seine Teamkollegen gestützt und unter dem tosenden Applaus von 60.000 Zuschauern aus dem Innenraum.

Usain Bolt: Der schnellste Clown der Welt

  Usain Bolt: Der schnellste Clown der Welt Dies ist die letzte WM, an der Usain Bolt teilnimmt. Für die Zeit danach hat er schon Pläne.Alles war eigentlich wie immer. Usain Bolt blödelte und sagte, was er immer sagt: dass er der Größte ist und auch sein letztes Rennen gewinnen will. Er stand da wie ein Bogenschütze, der er einen Pfeil in den Himmel schießen will. Seine Geste.

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Briten sorgen für die Sensation

Die ebenso frenetisch gefeierten Briten setzten sich in 37,47 Sekunden unerwartet vor den amerikanischen Favoriten um 100-m-Weltmeister Justin Gatlin (37,52) durch und holten den WM-Titel nach zwölf Jahren zurück nach Europa. 2005 hatte Frankreich gesiegt, 2007 triumphierten die USA, danach begann die große Ära Jamaikas, das mit dem überragenden Bolt viermal in Serie gewann. Die deutsche Staffel war im Vorlauf ausgeschieden.

Bolt tritt damit ohne einen weiteren WM-Titel in seinen Händen zurück. Über 100 m war er nur Dritter geworden, über 200 m nicht am Start gewesen. Bolt hatte schon weit vor der WM angekündigt, nach den Titelkämpfen seine Karriere zu beenden. Er wurde in seiner Laufbahn achtmal Olympiasieger und hält seit 2009 die Weltrekorde über 100 (9,58) und 200 m (19,19). Vor fünf Jahren stellte er bei Olympia in London zudem mit Jamaika den Weltrekord (36,84) über die 4x100 m auf.

Bolt stürmt ins WM-Finale - aber Coleman am schnellsten

  Bolt stürmt ins WM-Finale - aber Coleman am schnellsten Supersprinter Usain Bolt kämpft bei seinen letzten Leichtathletik-Weltmeisterschaften um seine zwölfte Goldmedaille. Im Halbfinale über 100 Meter rannte der 30-Jährige aus Jamaika im Londoner Olympiastadion in 9,98 Sekunden die zweitbeste Zeit. Nur eine Hundertstel schneller als der Titelverteidiger war der Amerikaner Christian Coleman. Auch Bolts alter Rivale Justin Gatlin aus den USA und sein Landsmann Yohan Blake qualifizierten sich für den Endlauf um 22.45 Uhr MESZ.Deutschlands Top-Sprinter Julian Reus war am Freitag bereits im Vorlauf ausgeschieden.

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Nach seiner Niederlage über die 100 m am vergangenen Wochenende, als er nur Bronze holte, hatte sich Bolt rar gemacht in London. Der Jamaikaner nahm auch keine Termine war. Der Superstar, der Lautsprecher der Leichtathletik, bereitete sich ganz still auf seinen Abschied vor. Der letzte Akt sollte unbedingt mit dem zwölften WM-Gold enden - doch er endete am Boden.

Bolt hinterlässt Lücke in der Leichtathletik

Schon nach den 100 m, als sich Bolt seinem alten Rivalen Justin Gatlin und Christian Coleman (beide USA) geschlagen geben musste, wirkte der 30-Jährige so, als könne er den Ruhestand gar nicht mehr abwarten. "Ich bin aufgeregt, endlich normal leben zu können, aufzustehen, wann ich will, und zu wissen, dass ich kein Training habe", sagte Bolt: "Ich kann tun und lassen, was ich will."

Natürlich wird der große Mann aus dem kleinen Dörfchen Sherwood Content den "Sport vermissen, aber ich bekomme die Chance, zu leben und zu reisen, wann ich will. Ich weiß nicht, wo ich hin will oder wohin mich meine Karriere führen wird, aber es ist spannend." Schon im Vorfeld der WM hatte Bolt angekündigt, auf dem Oktoberfest in München jetzt "mehr Biersorten ausprobieren" zu wollen. Und Kinder will Bolt haben, "ganz sicher".

Ganz sicher wird Bolt auch eine Lücke hinterlassen in der Leichtathletik, niemand kommt an seine Aura heran, niemand faszinierte die Massen wie der Weltrekordler über 100 und 200 m. Ohne ihn wird die Leichtathletik eine andere sein. Am Mythos Bolt kann auch das Drama von London nicht kratzen.

Sprintstar Bolt schließt Rückkehr aus .
Usain Bolt sieht sein Erbe durch seine verkorkste Leichtathletik-WM in London nicht in Gefahr. "Muhammad Ali hat auch seinen letzten Kampf verloren", sagte der 30-Jährige am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz: "Eine Meisterschaft wird nicht das ändern, was ich erreicht habe." Insgesamt hat der Jamaikaner achtmal Olympiagold gewonnen und 14 WM-Medaillen - davon elf aus Gold. "Ich hinterlasse ein gutes Vermächtnis", sagte Bolt. Jetzt freut sich Bolt auf die Frührente. "Ich kenne nur die Laufbahn, seit ich zehn bin, habe ich nichts anderes gemacht", sagte er: "Jetzt will ich leben und ein wenig Spaß haben." Ein Comeback werde es definitiv nicht geben. "Nein. Ich habe zu viele Leute zurückkommen sehen, die es danach nicht mehr geschafft haben", sagte er, nachdem er sich im Stadion auf einer Ehrenrunde noch einmal von den Fans verabschiedet hatte. Sein letztes Rennen auf der großen Bühne endete am Samstagabend in einem Drama, als Schlussläufer der jamaikanischen 4x100-m-Staffel hatte er im Finale nach wenigen Metern unter großen Schmerzen aufgeben müssen und war minutenlang auf dem Boden liegen geblieben.

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