Panorama Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln

12:36  16 april  2018
12:36  16 april  2018 Quelle:   sueddeutsche.de

Ex-FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld: "Wenn Bayern Tuchel gewollt hätte, hätten sie ihn viel früher verpflichtet"

  Ex-FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld: Ex-FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld: "Wenn Bayern Tuchel gewollt hätte, hätten sie ihn viel früher verpflichtet""Wenn sie Tuchel wirklich gewollt hätten, hätten sie ihn schon viel früher verpflichtet", sagte Hitzfeld im AZ-Interview. Probleme, einen guten Trainer zu finden, würden die Münchner trotz Tuchels Absage ohnehin nicht haben, ergänzte der 69-Jährige: "Bayern ist ein Weltverein und für jeden Trainer ist es eine Riesenchance, dort arbeiten zu können.

Umstrittener Gesetzentwurf Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln . In der forensischen Psychiatrie (hier in Haar bei München) werden Menschen behandelt , die aufgrund einer psychiatrischen Störung straffällig geworden sind.

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseiten besser an Ihre Bedürfnisse anpassen zu können. Durch die Nutzung unserer Webseiten akzeptieren Sie die Speicherung von Cookies auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone. Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln

In der forensischen Psychiatrie (hier in Haar bei München) werden Menschen behandelt, die aufgrund einer psychiatrischen Störung straffällig geworden sind. © Claus Schunk In der forensischen Psychiatrie (hier in Haar bei München) werden Menschen behandelt, die aufgrund einer psychiatrischen Störung straffällig geworden sind.

Depressive Menschen sollen in Bayern künftig registriert werden - und behandelt, als wären sie Straftäter. Das ist kein Hilfe-, sondern ein Polizeigesetz.

Bayern plant nicht nur das umstrittene, superscharfe neue Polizeigesetz, um massiv gegen echte und angebliche Gefährder vorzugehen. Bayern plant auch eine Art Polizeirecht gegen psychisch kranke Menschen. Der Entwurf für ein "Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz" führt zur Mollathisierung des Rechts: Depressive Menschen sollen künftig nach Regeln, die bisher nur für Straftäter galten, in Krankenhäusern festgesetzt werden können - ohne dass (wie bei Gustl Mollath) eine Straftat vorliegt. So steht es im Gesetzentwurf, der vom Kabinett Söder verabschiedet worden ist.

​Bayern-Boss Rummenigge: "Das Gen, das satt macht, fehlt in unserer DNA"

  ​Bayern-Boss Rummenigge: ​Bayern-Boss Rummenigge: "Das Gen, das satt macht, fehlt in unserer DNA"Der Verein werde auch weiterhin "versuchen, am Transfermarkt die für Bayern München besten Spieler zu verpflichten. In Leon Goretzka und Serge Gnabry kommen zwei hochtalentierte deutsche Nationalspieler in unser Team. Mit Joshua Kimmich, Niklas Süle, Corentin Tolisso, James Rodriguez und Kingsley Coman haben wir im letzten Jahr den Umbruch in unserer Mannschaft erfolgreich eingeleitet. Die Zukunft des FC Bayern steht schon heute auf dem Platz", betonte Rummenigge.

Am Montag titelte die „Süddeutsche Zeitung“: „ Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln “. Psychisch Erkrankte, die entlassen worden sind und für auffällig gehalten werden, sollen der Polizei gemeldet werden.

Depressive Menschen sollen in Bayern künftig registriert werden - und behandelt , als wären sie Straftäter . Ein Rechtsstaat sieht anders aus: Heribert Prantl kommentiert das Psychisch - Kranken -Gesetz.

Schon der Name des Gesetzes ist eine Täuschung: Es enthält vier Paragrafen über "Hilfe" für Kranke - und 35 über ihre "Unterbringung" zu Zwecken der Gefahrenabwehr. Die Fachwelt ist entsetzt; als einzige positive Errungenschaft im neuen Gesetz gilt der Aufbau eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes. Fast alle anderen Vorschriften orientieren sich am Strafrecht und am Maßregelvollzug für Straftäter. Die Stellungnahmen der Mediziner und Psychiater lesen sich daher wie ein Aufschrei.

Psychisch kranke Menschen werden im neuen "Hilfe-Gesetz" mit Gefährdern gleichgesetzt

Mollathisierung? Das Landgericht Nürnberg sprach Gustl Mollath 2006 vom Vorwurf der Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung wegen Schuldunfähigkeit frei, wies ihn aber nach Paragraf 63 Strafgesetzbuch in den Maßregelvollzug der forensischen Psychiatrie ein. Aufgrund stets fortgeschriebener Gefährlichkeitsgutachten wurde er dort bis 2013 festgehalten. Das Bundesverfassungsgericht hob alle Unterbringungsbeschlüsse auf. 2014 wurde ihm eine Entschädigung zuerkannt.

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Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln .

Das CSU-Kabinett unter Ministerpräsident Markus Söder hat beschlossen: Menschen mit psychischen Erkrankungen stehen in Bayern künftig unter verschärfter Beobachtung. Das entsprechende Gesetz ist nicht weniger als ein Skandal.

Der Paragraf 63, der die Grundlage für die Unterbringung in der forensischen Psychiatrie bildet, wurde 2016 halbherzig reformiert. Die CSU-Regierung schränkt nun diese Mollath-Regeln nicht etwa weiter ein, sondern sie dehnt die strafrechtlichen Regeln aus: auf unbescholtene, aber kranke Menschen in Krisensituationen. Die neuen Vorschriften über Zwangsunterbringung in Krankenhäusern sind den Vorschriften für die Unterbringung im Strafrecht entnommen: Besuche werden stark eingeschränkt und kontrolliert, Telefonate überwacht, die Kranken durchsucht - dazu gehört auch die Kontrolle der intimen Körperöffnungen.

Thomas Kallert, Ärztlicher Direktor der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, hat soeben in der Bayerischen Staatszeitung folgende fiktive Situation beschrieben: Eine 28-Jährige, integer, nicht vorbestraft, erleidet eine Schwangerschaftspsychose; sie greift ihren Ehemann an, wird von der Polizei in die psychiatrische Klinik gebracht.

Kallert beschreibt, wie es nach neuem Recht weitergehen kann: Bei einem Besuch wird der Vater der jungen Frau verdächtigt, psychosefördernde Drogen mitgebracht zu haben. Die Frau wird durchsucht, weitere Besuche werden videoüberwacht. Der Vater ist empört, aber machtlos. Nach fünf Wochen hat sich die Situation entspannt, Symptome sind behandelt, Entlassung ist befürwortet, Weiterbehandlung geklärt. Aber: Die Klinik ist verpflichtet, die Entlassung der Polizei zu melden. Die Daten, inklusive Diagnose und Befund, werden an eine Zentralstelle weitergeben, fünf Jahre gespeichert, stehen dem Zugriff staatlicher Organe zur Verfügung. Alles rechtens? Nach dem neuen Gesetz ja.

Und wo entsteht dieses Gesetz? Nicht in Moskau, sondern in München. Ein Rechtsstaat sieht anders aus.

Boateng hinterfragt Zukunft beim FC Bayern .
Boateng hinterfragt Zukunft beim FC Bayern München - Jerome Boateng sieht seine Zukunft nicht mehr zwingend beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München."Ich habe beim FC Bayern alles erlebt. (...) Und so komme ich langsam an den Punkt, an dem ich gewisse Fragen für mich beantworten muss: Was sind meine noch nicht erreichten Ziele? Möchte ich mich immer wieder beim gleichen Klub mit den gleichen Voraussetzungen beweisen?", sagte der Weltmeister dem Magazin "Socrates".

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