Panorama Hilfsorganisationen schlagen Alarm - In Griechenland droht ein neues Flüchtlingschaos

09:30  12 oktober  2017
09:30  12 oktober  2017 Quelle:   Handelsblatt

Rangnick sieht Einsatzchancen von Werner skeptisch

  Rangnick sieht Einsatzchancen von Werner skeptisch Der Einsatz von Leipzigs Fußball-Nationalstürmer Timo Werner im Bundesliga-Topspiel am Samstag bei Borussia Dortmund ist weiter offen. Dementsprechend zurückhaltend gibt sich Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick. «Ich gehe davon aus, dass wir erst am Freitag sehen werden, ob es Sinn macht, ihn tatsächlich schon wieder zu berücksichtigen», sagte er dem «Kicker». Nur wenn Werner dem Team helfen könne, mache ein Einsatz Sinn. «Und das kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös abschätzen», sagte Rangnick.

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In einem offenen Brief an Ministerpräsident Alexis Tsipras spricht die Organisation Ärzte ohne Grenzen von einem „Notstand“ auf den Inseln. Foto: dpa: In Griechenland droht ein neues Flüchtlingschaos. © dpa In Griechenland droht ein neues Flüchtlingschaos.

Immer mehr Kriegsflüchtlinge und Armutsmigranten kommen über die Ägäis zu den griechischen Inseln. Hilfsorganisationen kritisieren Missstände in den überfüllten Lagern.

„Die Ungewissheit erdrückt uns, sie bringt uns um.“ Worte einer 29-jährigen Frau aus Syrien, die seit Monaten mit ihrer Familie in einem Lager auf der griechischen Insel Lesbos festsitzt, dokumentiert von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Das Schicksal der Flüchtlinge auf den Inseln der östlichen Ägäis war in den vergangenen Monaten aus dem Fokus der Medien geraten. Die Flüchtlingskrise schien vergessen. Aber jetzt kehrt sie zurück. Denn Woche für Woche kommen mehr Schutzsuchende in Schlauchbooten und Holzkähnen von der türkischen Küste zu den Inseln. Im Juni waren es rund 2000, im August fast 3600 und im September nahezu 5000. Seit Anfang Oktober kamen fast 1700. Allein am Montag und Dienstag dieser Woche waren es 440.

Bayern gegen Celtic wohl ohne Martinez

  Bayern gegen Celtic wohl ohne Martinez Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München muss am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) im Champions-League-Spiel gegen Celtic Glasgow wohl auf Javi Martinez verzichten. Der Spanier falle "wahrscheinlich" aus, sagte Trainer Jupp Heynckes nach dem 5:0 (2:0) am Samstag gegen den SC Freiburg. Martinez gab zwar wenige Stunden später grundsätzlich Entwarnung, räumte die Zweifel an seinem Einsatz allerdings nicht aus. "Es wird keine lange Pause werden. Nur ein paar Tage, dann bin ich zurück", twitterte er.

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Das sind zwar viel weniger als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Frühjahr 2015. Damals erreichten an manchen Tagen mehr als 3000 Menschen die griechischen Inseln. Aber der griechische Migrationsminister Giannis Mouzalas spricht von einem „merklichen Anstieg“. Worauf er zurückzuführen ist, darüber rätseln die griechischen Behörden noch. Das ruhige, windstille Herbstwetter erleichtert den Schleusern ihr schmutziges Geschäft, den Menschenschmuggel über die Ägäis. Experten der griechischen Küstenwache berichten außerdem, die türkischen Behörden hätten die Kontrollen an ihrer Küste reduziert – was man in Ankara aber bestreitet. Dass die Türkei den im Frühjahr 2015 mit der EU ausgehandelten Flüchtlingspakt platzen lassen könnte, mag man sich in Athen gar nicht ausmalen. Das wäre „eine Katastrophe“, sagt Minister Mouzalas.

Deutliches Risiko: Einsamkeit ist so gefährlich wie Fettleibigkeit und Rauchen

  Deutliches Risiko: Einsamkeit ist so gefährlich wie Fettleibigkeit und Rauchen Provo „Für den sehr Einsamen ist schon Lärm ein Trost“, schrieb einst Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900), doch wie sehr das Alleinsein uns krank macht, enthüllten Psychologen auf ihrer Jahrestagung in den USA: Denn chronische Einsamkeit verkürzt das Leben, ist genauso gefährlich wie Rauchen oder Fettleibigkeit, warnen die Experten. Die Zahl der Single-Haushalte steigt stetig, niedrige Geburtenraten und die Gesellschaft wird immer älter. Schon heute ist jeder fünfte, 2060 wahrscheinlich bereits jeder Dritte in Deutschland über 65 Jahre alt.

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Auch der neue C3 verfügt über ein neues Gimmick, das neue Aussichten

Aber schon so wird die Lage von Tag zu Tag schwieriger. Die Auffanglager auf den Inseln sind überfüllt. Dort warten, so der Stand vom Dienstag, in den so genannten Hot-Spots 13.875 Kriegsflüchtlinge und Armutsmigranten auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge, manche seit mehr als einem Jahr. Die Bearbeitung läuft schleppend. Weil ständig neue Flüchtlinge und Migranten aus der Türkei nachkommen, wird die Warteliste immer länger. Auf der Insel Samos hausen fast 3000 Menschen in einem Lager, das für 700 Personen ausgelegt ist. Im Hot-Spot auf Lesbos leben 5086 Menschen – die Kapazität des Lagers ist 2330. Auf der Insel Chios gibt es 894 Schlafplätze für 1525 Flüchtlinge.

Viele Familien hausen in provisorischen Zeltlagern außerhalb der eigentlichen Camps. Im Lager Vathy auf Samos leben etwa 700 Menschen in Campingzelten, die nicht winterfest sind. Auf Lesbos sind sogar rund 1500 Flüchtlinge in Zelten ohne Böden, Isolation oder Heizmöglichkeiten untergebracht, darunter schwangere Frauen, Familien mit kleinen Kindern und Behinderte.

Einheitliche Mindestgröße für Polizisten ist diskriminierend

  Einheitliche Mindestgröße für Polizisten ist diskriminierend Die Vorgabe einer einheitlichen Mindestgröße für männliche und weibliche Polizisten ist aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs diskriminierend und nur unter sehr strengen Voraussetzungen zulässig. Das Urteil fällte der EuGH zu einem Fall aus Griechenland. Die geforderte Mindestgröße für Polizisten ist auch in Deutschland immer wieder Anlass für Streit und Prozesse. In dem vom EuGH behandelten Rechtsstreit geht es um eine Polizeianwärterin in Griechenland, die an der Vorgabe einer Mindestgröße von 1,70 Metern für alle Beamten scheiterte. Sie klagte gegen die Ablehnung.Der EuGH gab ihr recht.

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Die Helfer haben noch vor Augen, was sich im vergangenen Winter abspielte: Die dünnen Zelte brachen unter der Last des Schnees zusammen, die Lager versanken im Schlamm. Flüchtlinge kauerten in ihrer nassen Kleidung an Lagerfeuern, um sich ein wenig zu wärmen. Sechs Menschen starben. Jetzt droht sich das Drama zu wiederholen. „Wir appellieren an die Behörden, etwas gegen die Überfüllung in den Lagern zu unternehmen, die Unterbringung zu verbessern und mehr Hilfsgüter bereitzustellen“, erklärt Philippe Leclerc, Repräsentant der Uno-Flüchtlingsagentur UNHCR in Griechenland. Die Situation auf den Inseln „nähert sich einem kritischen Zustand“, warnt Leclerc.


Ärzte ohne Grenzen schlägt Alarm

Jetzt schlägt auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) Alarm. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Alexis Tsipras spricht die Organisation von einem „Notstand“ auf den Inseln. Damit sind nicht nur die unzureichenden Unterbringungsmöglichkeiten und die hygienischen Missstände gemeint. Ärzte ohne Grenzen ist auch zunehmend besorgt über den „dramatisch schlechten seelischen Gesundheitszustand“ vieler Flüchtlinge. „Diese Menschen haben Bombardements, extreme Gewalt und traumatische Erfahrungen in ihren Heimatländern und auf der Flucht nach Europa erlebt“, sagt Jayne Grimes, die das psychosoziale Programm von Ärzte ohne Grenzen auf der Insel Samos leitet. „Doch es sind die Lebensumstände auf den griechischen Inseln, die sie in Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und selbstverletzendes Verhalten treiben.“ Grimes: „Es ist eine Schande. Jeden Tag behandeln unsere Teams Patienten, die ihnen sagen, dass sie lieber in ihren Heimatländern gestorben wären als hier gefangen zu sein.“

Rummenigge kündigt Entscheidung zu Sagnol an

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Ärzte ohne Grenzen berichtet von einem 41-jährigen Syrer, der in einem Gefängnis in seiner Heimat schwer gefoltert wurde, bevor er über die Türkei nach Griechenland fliehen konnte. Als er auf Lesbos eine Klinik aufsuchte, sagte man ihm dort, die Wartezeit für einen Termin beim Psychiater der Klinik betrage acht Monate. „Als ich das hörte, wäre ich am liebsten gestorben“, sagt der Mann. Während des Sommers kamen pro Woche fast täglich neue Patienten nach Selbstmordversuchen, Vorfällen von Selbstverletzung oder psychotischen Episoden mit akutem Behandlungsbedarf in die Klinik von Ärzte ohne Grenzen auf Lesbos. Das Hospital wurde 2015 eröffnet und bot anfangs primäre Gesundheitsversorgung für Asylsuchende, konzentriert sich aber inzwischen auf Überlebende von Folter, Opfer sexueller Gewalt und Patienten mit schweren psychischen Störungen.

Louise Roland-Gosselin von Ärzte ohne Grenzen sieht nicht nur die griechische Regierung, sondern auch die EU in der Verantwortung. Sie fordert, die Internierung der Menschen auf den Inseln zu beenden. Es sei „ein humanitärer Imperativ, die Menschen auf das Festland zu bringen“, wo sie besser versorgt werden können, sagt Roland-Gosselin. „Die extreme Verletzlichkeit der Menschen und das komplette Versagen aller Ankunftssysteme auf den Inseln lassen keine andere Maßnahme zu“, so die Ärztin.

Rummenigge kündigt Entscheidung zu Sagnol an

  Rummenigge kündigt Entscheidung zu Sagnol an Da Willy Sagnol nicht mehr zum Stab vom neuen Bayern-Trainer Jupp Heynckes gehören wird, soll die Entscheidung über seine Zukunft beim Rekordmeister zeitnah gefällt werden. "Ich habe mit Willy ein Gespräch geführt und ihm gesagt, dass er nicht Teil des Trainerteams sein wird. Es wird ein weiteres Gespräch mit ihm in dieser Woche folgen", sage Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei der Vorstellung von Heynckes.

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Doch nach den Regeln der EU-Asylverfahren müssen die Ankömmlinge so lange auf den Inseln bleiben, bis über ihre Anträge entschieden ist. Wer Asyl bekommt, darf aufs Festland weiterreisen; wer abgelehnt wird, muss damit rechnen, in die Türkei zurückgeschickt zu werden. Nach Angaben der griechischen Asylbehörde vom Mittwoch sind zurzeit etwa 10.000 Asylverfahren auf den Inseln anhängig.

KONTEXT

Wie Flüchtlinge in der EU verteilt werden sollen

Solidarität der Mitgliedstaaten

Die Europäische Union setzt in der Flüchtlingskrise mit Hunderttausenden Asylbewerbern auf die Solidarität der Mitgliedstaaten. Bis September 2017 sollen rund 160.000 betroffene Menschen nach einem Schlüssel unter den EU-Ländern verteilt werden.

Entscheidung der EU-Innenminister

Im September 2015 entschieden die EU-Innenminister gegen die Stimmen der Slowakei, Ungarns, Tschechiens und Rumäniens die Verteilung derjenigen, die übers Meer nach Italien und Griechenland gekommen waren - nach heutigem Stand: 98.255 Menschen.

EU-Türkei-Abkommen

Am 29. September 2016 wurde infolge des EU-Türkei-Abkommens beschlossen, dass weitere 54.000 Plätze neben Geflüchteten aus Griechenland und Italien auch für legale syrische Flüchtlinge aus der Türkei genutzt werden können. Für die restlichen rund 7.750 Plätze muss noch festgelegt werden, woher die Menschen aufgenommen werden.

Aufgenommene Flüchtlinge in Deutschland

Nach jüngsten Zahlen vom 5. Mai 2017 wurden von den 160.000 Flüchtlingen gerade einmal 11,3 Prozent in Europa verteilt. Deutschland nahm 4.244 der 18.119 Menschen auf und versprach, zusätzlich 8.250 Plätze anzubieten. Nach dem Schlüssel müssten weitere rund 23.300 Menschen hierher kommen.

Ungarn und die Slowakei

Ungarn hat bisher keinen der für das Land errechneten knapp 1.300 Geflüchteten aufgenommen. Budapest weigert sich energisch, die beschlossenen Quoten zu erfüllen. Die Slowakei hat 16 Menschen untergebracht und 40 zusätzliche Plätze angeboten. Fast 900 weitere Flüchtlinge müsste das Land aufnehmen.

Salmonellen-Alarm: Aldi Nord ruft Salami zurück .
Betroffen sind auch Märkte in Berlin und Brandenburg.Die Salmonellen seien in einer der 100-Gramm-Packungen der Sorte „Mediterran“ mit der Chargennummer HKS170671 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 09.11.2017 gefunden worden. In Abstimmung mit den Behörden hat das Unternehmen bereits veranlasst, dass die betroffene Ware aus dem Handel zurückgeholt wird.

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