Panorama Kampf um Europas letzten Urwald

10:46  06 august  2017
10:46  06 august  2017 Quelle:   dw.com

Comeback-Sieg im Hass-Duell

  Comeback-Sieg im Hass-Duell Jon Jones ist bei UFC 214 in Anaheim mit einem Sieg zurückgekehrt. Der Publikumsliebling holte sich nach 462 Tagen Abstinenz seinen Titel im Halbschwergewicht von Daniel Cormier zurück. Nach zwei engen Runden schlug ein Kick von Jones am Kopf von Cormier ein. Der Titelverteidiger war sichtlich angeschlagen, Jones setzte mit harten Schlägen nach und schickte seinen Konkurrenten auf die Matte - der Ringrichter brach den Kampf kurz darauf ab.

Auf polnischen Boden steht der letzte Tiefland- Urwald Europas . Die Regierung hat nun verfügt, dass dort massiv Bäume gefällt werden dürfen. Obwohl der Europäische Gerichtshof einen Abholzungsstopp verordnet hatte. Umweltschützer laufen Sturm.

Diesmal geht es um verbotene Rodungen in Europas letzten Urwald , dem Bialowieza-Nationalpark, an der polnisch-weißrussischen Grenze. Aber auch der Verband der polnischen Forstwirte, die Kommunen in der Region und gesellschaftliche Vereinigungen rufen zum Kampf gegen

Proteste gegen die Abholzungen im Bialowieza-Wald © Greenpeace/Grzegorz Broniatowski Proteste gegen die Abholzungen im Bialowieza-Wald

Trotz Verbot des Europäischen Gerichtshofs halten die Rodungen im polnischen Bialowieza-Urwald an. Angeblich wegen Schädlingsbekämpfung. Umweltschützer vermuten andere Gründe. Polen riskiert neuen Ärger mit der EU.

Und jetzt auch noch das. Als ob es mit dem Streit über die Justizreform nicht schon genug Probleme zwischen Warschau und Brüssel gebe, zieht nun ein zusätzliches politisches Tief zwischen Polen und der EU auf. Diesmal geht es um verbotene Rodungen in Europas letztem Urwald, dem Bialowieza-Nationalpark, an der polnisch-weißrussischen Grenze.

Autoindustrie - Verkauf von Opel an PSA abgeschlossen

  Autoindustrie - Verkauf von Opel an PSA abgeschlossen Der Autobauer Opel gehört nun zum französischen PSA-Konzern. Mit der Übernahme am Dienstag entsteht der zweitgrößte Autokonzern Europas mit einem Marktanteil von 17 Prozent. Die Verträge mit dem Verkäufer General Motors seien abgeschlossen. Das teilte am Opel am Dienstag in Rüsselsheim mit. Die Verträge mit dem Verkäufer General Motors seien abgeschlossen. Das teilte am Opel am Dienstag in Rüsselsheim mit. Mit der Übernahme entsteht gemessen an den Absatzzahlen der nach Volkswagen zweitgrößte Autokonzern Europas mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent.

Startseite. Ausland. Polen: Der Kampf um Europas letzten Urwald . Der EuGH hatte nach Klage der EU-Kommission am vergangenen Donnerstag verfügt, dass im Wald von Bialowieza vorerst keine Bäume mehr im großen Stil gefällt werden dürfen.

Auf polnischen Boden steht der letzte Tiefland- Urwald Europas . Die Regierung hat nun verfügt, dass dort massiv Bäume gefällt werden dürfen. Obwohl der Europäische Gerichtshof einen Abholzungsstopp verordnet hatte. Umweltschützer laufen Sturm.

Warschau will dort trotz eindringlicher Warnungen seitens der EU weiterhin Bäume fällen und riskiert damit ein zusätzliches EU-Rechtsstaatlichkeitsverfahren. Grund ist der Verstoß gegen eine Anordnung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Dieser hatte am 3. August verfügt, dass im Wald von Bialowieza vorerst keine Bäume mehr im großen Stil gefällt werden dürfen.

Polen auf der Anklagebank

"Es geht hier um eine juristische Anordnung, an die sich alle Mitgliedsstaaten halten müssen", erklärte eine erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission gegenüber der Presse. Sollte sich bestätigen, dass im Bialowieza-Wald weiter Holz gefällt wird, solle das bereits wegen Auflagen für die Justiz laufende Rechtsstaatlichkeitsverfahren gegen die Warschauer Regierung ausgeweitet werden. Polen werde seine Haltung vor dem Gerichtshof erklären müssen.

Zverev und Damen-Duo in Washington im Halbfinale

  Zverev und Damen-Duo in Washington im Halbfinale Tennis-Profi Alexander Zverev hat beim Hartplatzturnier in Washington das Halbfinale erreicht. Der Weltranglisten-Achte besiegte problemlos den Russen Daniel Medwedew nach 58 Minuten mit 6:2, 6:4 und zeigte sich in sehr guter Verfassung.Im Halbfinale trifft Zverev auf den an Nummer zwei gesetzten Japaner Kei Nishikori, der sich gegen den US-Amerikaner Tommy Paul mit 3:6, 7:6 (10:8), 6:4 durchsetzte.Bei den Damen zog Julia Görges durch ein 6:3, 6:4 nach 1:33 Stunden gegen die Rumänin Monica Niculescu ins Halbfinale.

Ihre Meinung zu: Polen: Der Kampf um Europas letzten Urwald . Mit dem was sie sich in letzter Zeit leisten wenn sie eh alles ignorieren, eine immer radikalere Politik führen und letzendlich das Überleben dieses Waldes riskieren ..

Diesmal geht es um verbotene Rodungen in Europas letztem Urwald , dem Bialowieza-Nationalpark, an der polnisch-weißrussischen Grenze. Aber auch der Verband der polnischen Forstwirte, die Kommunen in der Region und gesellschaftliche Vereinigungen rufen zum Kampf gegen

Der Bialowieza-Urwald ist der älteste Wald in Europa. Zusammen mit seinem weißrussischen Teil ist er seit 2014 das eine einzige grenzüberschreitende UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesamtfläche des von der UNESCO geschützten Waldes beträgt 150.000 Hektar, davon liegen 60.000 in Polen und 80.000 in Weißrussland.

Invasion der Borkenkäfer

Den Startschuss zu den Rodungen hatte das polnische Umweltministerium im März 2016 gegeben, unter dem Vorwand, nur so könne die Borkenkäferplage bekämpft werden. Laut Behörden sind mehr als eine halbe Million Bäume von dem Schädling betroffen. Daher änderte das Ministerium den mit der EU abgestimmten Bewirtschaftungsplan für den Wald bis zum Jahr 2021. Es erlaubte, die Holzernte um das Dreifache auf 188.000 Kubikmeter zu erhöhen.

Im Juni dieses Jahres sagte der polnische Umweltminister Jan Szyszko im Parlament, der Bialowieza-Nationalpark sei im Jahr 2014 widerrechtlich und ohne Rücksprache mit der Bevölkerung vor Ort von der UNESCO auf die Liste des Weltnaturerbes gesetzt worden. Szyszko will, dass der Bialowieza-Wald von der Liste gestrichen wird.

Klitschko zu seinem Rücktritt - "Es ist ein Teil von mir gestorben"

  Klitschko zu seinem Rücktritt - Dem ehemaligen Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko ist der Rücktritt vom Boxen offenbar schwerer gefallen, als es den Anschein hatte. "Mein Plan war: Ich gewinne und trete zurück. Ich war besessen davon, diesen Kampf zu gewinnen", sagte der 41-jährige Ukrainer der "Bild am Sonntag". Nach der Niederlage gegen Anthony Joshua (Großbritannien) am 29. April habe er daher "100 Gründe gefunden weiterzumachen – und genauso 100 Gründe aufzuhören. In der Zeit der Entscheidung ist ein Teil von mir gestorben.

Diesmal geht es um verbotene Rodungen in Europas letzten Urwald , dem Bialowieza-Nationalpark, an der polnisch-weißrussischen Grenze. Aber auch der Verband der polnischen Forstwirte, die Kommunen in der Region und gesellschaftliche Vereinigungen rufen zum Kampf gegen

In diesem Fall solle das bereits wegen Auflagen für die Justiz laufende Rechtsstaatlichkeitsverfahren gegen die Warschauer Regierung ausgeweitet werden. Theoretisch könnte dies bis zu einem Entzug der Stimmrechte führen.

Unterstützt wird Szyszko von "Lasy Panstwowe", dem polnischen Staatsforstbetrieb. Seine Aufgabe ist es laut Gesetz, als ein von der öffentlichen Verwaltung unabhängiger staatlicher Betrieb den überwiegenden Teil des polnischen Staatswaldes nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen zu bewirtschaften. Aber auch der Verband der polnischen Forstwirte, die Kommunen in der Region und gesellschaftliche Vereinigungen rufen zum Kampf gegen "Pseudo-Umweltschützer" auf. Viele Einheimische verlangen, der Wald müsse vor dem Borkenkäfer geschützt werden. Der Forstwissenschaftler Janusz Sowa glaubt, dass der Schädling nur durch Abholzung bekämpft werden könne. Nur das könne den sterbenden Wald retten.

Eingriff ins Ökosystem

Doch auch die Gegner der Rodungen - Wissenschaftler, Umweltschützer und Vertreter von Umweltverbänden - haben ihre Argumente. Erstens werde durch das Abholzen das natürliche Ökosystem zerstört. Zweitens werde unter dem Vorwand der Bekämpfung des Borkenkäfers illegale Holzernte betrieben. Denn es gebe Beweise, dass auch gesunde Bäume gefällt würden. Und drittens verstoße das Vorgehen der polnischen Behörden gegen die Kriterien eines UNESCO-Weltnaturerbes.

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Der Leiter der Geobotanischen Station der Universität Warschau in Bialowieza, Bogdan Jaroszewicz, ist überzeugt, dass die Eingriffe des Menschen die gesamte Struktur des Urwaldes verändern. Im Totholz und in umgefallenen Bäumen würden mehr als 150 seltene Arten von Pflanzen und Tieren leben. Selbst der Borkenkäfer sei Nahrung für den einzigartigen Dreizehenspecht.

"Die Rodungen zerstören die Umwelt von Pilzen und Insekten. Es ist unklar, wie sich in Zukunft die künstlich gepflanzten Baumarten verhalten werden, für welche Krankheiten sie anfällig sein werden", sagte Jaroszewicz der DW. Die Probleme mit dem Borkenkäfer sind ihm zufolge entstanden, weil Fichten in Böden gepflanzt wurden, in denen davor keine Tannen wuchsen.

Wie sieht es in Weißrussland aus?

"In dem Urwald auf weißrussischer Seite werden keine Bäume gefällt", sagte der DW der stellvertretende Leiter des Nationalparks "Belaweschskaja puschtscha", Wassilij Arnolbik. Der weißrussische Wissenschaftler betonte, geschützt seien 80.000 Hektar. Diese Fläche plus 70.000 Hektar angrenzender Forste, also insgesamt 150.000 Hektar, hätten den Status "Nationalpark Belaweschskaja puschtscha". "Auch wenn wir den Wald lichten, zerstören wir nicht den Urwald. Totholz darf nur auf den touristischen Routen weggeräumt werden", sagte Arnolbik.

Er stimmt den Gegnern der Rodungen auf polnischer Seite zu. Ein weiteres großes Problem ist seiner Meinung nach, dass es keine Koordinierung zwischen Weißrussland und Polen gibt, was den gesamten Bialowieza-Urwald angeht. "Wir sind doch ein Ganzes", sagte Arnolbik.

Autor: Galina Petrowskaja

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