Finanzen Pekings Probleme im Handelskrieg mit USA

17:50  10 august  2018
17:50  10 august  2018 Quelle:   dw.com

Türkische Lira auf Rekordtief: Wie Trumps Handelskrieg Deutschland schadet

  Türkische Lira auf Rekordtief: Wie Trumps Handelskrieg Deutschland schadet Türkische Lira auf Rekordtief: Wie Trumps Handelskrieg Deutschland schadet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat angesichts der Strafzölle der US-Regierung auf Waren aus China und der Türkei vor dramatischen Folgen für Deutschland und für die Weltwirtschaft gewarnt.Es drohen gefährliche Kettenreaktionen.„Dieser Handelskrieg verlangsamt und zerstört Wirtschaftswachstum und produziert neue Unsicherheiten“, sagte Altmaier der „Bild am Sonntag“.„Unter Handelskriegen leiden vor allem die Verbraucher, da die Produkte teurer werden.

Bislang hat Peking sich siegesgewiss gegeben und erklärt, man werde vor den USA nicht einknicken. "Man wolle keinen Handelskrieg , scheue ihn aber nicht", hieß es aus Peking . Trumps Kurs stellt Peking vor Probleme .

Die Entfesselung des Handelskrieges gegen China und die protektionistische Abschottung nationaler Märkte gegen die Konkurrenz vieler anderer Länder werden die wirtschaftlichen Probleme der USA nicht lösen.

Provided by Deutsche Welle: Pekings Probleme im Handelskrieg mit USA © picture-alliance/chromorange/C. Ohde Pekings Probleme im Handelskrieg mit USA

In der chinesischen Führung soll es Differenzen über den Kurs im Handelsstreit gegenüber USA geben. Die Betonung nationaler Stärke reiche nicht aus, heißt es. Auf der Parteiklausur in Beidaihe wird nach Konsens gesucht.

Bislang scheinen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der wechselseitigen Erhebung beziehungsweise Ankündigung von Strafzöllen zwischen USA und China, den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, in Grenzen zu halten. Chinas Exporte in die USA sind noch im Juli gestiegen, sogar noch nachdem die USA die erste Runde von Strafzöllen in Kraft gesetzt hatten.

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Chinas Handelsministerium erklärte, dass Peking keine andere Wahl habe, als sich zu wehren, nachdem die USA "den größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte begonnen haben", indem Washington 25-prozentige Zölle auf verschiedene Importwaren aus China einführte.

Mehr lesen: Peking wirft USA "größten Handelskrieg der Geschichte" vor und verkündet Maßnahmen zur Vergeltung. Analysten sagten voraus, dass Li es vermeiden würde, jegliche Probleme anzusprechen, die die westlichen EU-Regierungen irritieren könnte.

Anzeichen für eine zu starke Inflation gibt es auch nicht. Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten erhält chinesische Zentralbank damit weiteren geldpolitischen Spielraum für Ankurbelung des Wachstums.

Beeindruckende Warenvolumina

Auch auf Whisky und Erdnussbutter aus den USA werden Strafzölle in China erhoben © picture-alliance/newscom/S. Shaver Auch auf Whisky und Erdnussbutter aus den USA werden Strafzölle in China erhoben

Dabei sind die von den Strafzöllen potentiell betroffenen Warenvolumina beeindruckend: 250 Milliarden US-Dollar bei chinesischen Importen in die USA, 110 Milliarden in die umgekehrte Richtung.

Bis jetzt hat China jede US-Strafzollmaßnahme im gleichen Umfang erwidert, stößt aber damit absehbar an Grenzen, weil es viel weniger aus den USA importiert als umgekehrt in die USA exportiert. Das von Trump angeprangerte Handelsungleichgewicht kommt ihm also jetzt zugute, um China in die Zange zu nehmen.

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Mehr lesen: Handelskrieg : US-Präsident Trump gibt neue Zölle gegen China bekannt. Pekings Schritt ist eine Antwort auf die am Freitag angekündigte Einführung eines 25-prozentigen Zolls für chinesische Produkte durch die USA .

Wir wollen keinen Handelskrieg mit den USA oder mit irgendjemand anderes, aber wir haben keine Angst davor. Diese werden nach Pekings Vorgaben mit Zöllen von 15 Prozent belegt. Dabei gehen die Chinesen in zwei Schritten vor: ohne Einigung mit den USA werden die 15 Prozent Zölle wirksam

Bislang hat Peking sich siegesgewiss gegeben und erklärt, man werde vor den USA nicht einknicken. "Man wolle keinen Handelskrieg, scheue ihn aber nicht", hieß es aus Peking. Aber inzwischen scheinen in der Staatsführung Zweifel an der Klugheit der bisherigen Strategie zu wachsen.

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Russland warnt USA vor Wirtschaftskrieg

Möglichst keine Ängste an den Börsen

(Archiv) Im Gegensatz zum Rest der Welt werden in China fallende Aktienkurse mit Grün angezeigt © picture-alliance/dpa/W. Wei (Archiv) Im Gegensatz zum Rest der Welt werden in China fallende Aktienkurse mit Grün angezeigt

Vor allem will man Panik an den notorisch volatilen Börsen Chinas vermeiden. Kursschwankungen sollen keinesfalls in Verbindung mit dem Handelskonflikt gebracht werden. Bei privaten Unterhaltungen in Parteikreisen in der chinesischen Hauptstadt, von denen die DW Kenntnis erhalten hat, waren unlängst ungewöhnlich kritische Bemerkungen über die Handhabung des Handelsstreits zu hören, so etwa von einem Manager einer staatlichen Bank: "Keiner kann Xi Jinping verstehen, warum er so miserabel spielt, trotz guter Karten in der Hand. Wir haben bereits eine Runde grandios verloren."

Deutschlands Banken droht der Ausschluss aus wichtigen Indizes

  Deutschlands Banken droht der Ausschluss aus wichtigen Indizes Deutschlands Banken droht der Ausschluss aus wichtigen Indizes(Bloomberg) -- Die zwei größten börsennotierten Banken in Deutschland - Deutsche Bank AG und Commerzbank AG - haben dieses Jahr die zweifelhafte Ehre, die schlechteste Wertentwicklung aller europäischen Banken abgeliefert zu haben. Und ohne Gnadenfrist für die Aktien in Sicht, laufen beide Institute Gefahr, sich noch unansehnlicher zu entwickeln: Es droht der Abstieg aus Aktien-Benchmarks, deren fester Bestandteil sie seit Jahrzehnten gewesen sind.

Diese US-Delegation soll in Peking einen Handelskrieg abwenden. Die USA haben mit Zöllen auf chinesische Produkte in einer Größenordnung von 150 Milliarden Dollar Eines, dass sie beim Besuch von Kanzlerin Merkel gern verabreden würden. Dabei gibt schon jetzt genügend andere Probleme .

Damit sollen die Auswirkungen des Handelskrieges mit den Vereinigten Staaten abgemildert werden. Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums hat Peking die Substitution Mehr zum Thema - Offene Worte des französischen Wirtschaftsministers: " Handelskrieg mit USA hat schon begonnen".

Ein Anästhesist erzählte, er habe bei einem Umtausch von RMB in Dollar nur 5000 Dollar bar abheben dürfen. "Später werde ich noch mehr US-Dollar kaufen. Die Abwertung von RMB ist fest programmiert." Es sind vor allem solche Sorgen vor einer Finanzkrise, ausgelöst durch eine Eskalation des Konflikts mit den USA, die die Führung umtreiben.

Kritik an der Führung

Mehrere ungenannte Quellen aus Regierungskreisen haben gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Kritik detailliert, die derzeit an der Führung einschließlich Xi Jinping geübt wird. Tenor ist, dass Peking zu sehr in die nationalistische Kerbe gehauen und sich gegenüber den USA in eine illusionäre Siegesgewissheit versetzt habe.

"Die Entwicklung der Auseinandersetzung mit den USA von einem Handelskonflikt zu einem Handelskrieg hat dazu geführt, dass die Leute nochmal neu nachdacht haben", zitiert Reuters einen nicht genannten Experten eines chinesischen Politikinstituts.

Verhandlungen erfolglos

Xis Wirtschaftsberater Liu He im Mai in Washington © picture-alliance/Xinhua News Agency Xis Wirtschaftsberater Liu He im Mai in Washington

Noch im Mai hatte es bei einer neuen Verhandlungsrunde in Washington so ausgesehen, als könnte der Handelsstreit entschärft werden. "Die USA und China erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, man habe effektive Maßnahmen vereinbart, um das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten mit der Volksrepublik erheblich zu verringern", hieß es damals.

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  Laudas Ehefrau setzt auf Weisheit in schweren Zeiten Laudas Ehefrau setzt auf Weisheit in schweren Zeiten«Art is the highest form of hope», postete die 39-jährige Birgit Lauda, die eine Kunstgalerie in Wien betreibt. Bei dem Titel über die Kunst als höchste Form der Hoffnung handelt es sich um ein 2016 erschienenes Buch mit Lebensweisheiten auch in schwierigen Situationen.

Peking hat die staatlichen Medien in ihrer Berichterstattung über den Handelsstreit zwischen China und den USA stark eingeschränkt. Journalisten dürfen die Kommentare von US-Präsident Donald Trump und anderen US-Vertretern nun erst nach einer Reaktion des chinesischen Handelsministeriums

Chinesische Leitmedien streiten über Chinas Atomprogramm. Und wie es in solchen Fällen meistens ist, lenken die Beobachter das öffentliche Interesse dadurch auf ein größeres Thema: Das deutliche Erstarken der chinesischen Streitmacht insgesamt.

Dass diese vage Absichtserklärung nichts bewirkt hat, zeigte sich Anfang Juli, als die USA die ersten Strafzölle in Kraft setzten. Auch verbal wurde aufgerüstet. Washington warf Xi Jinping Mitte Juli vor, Fortschritte bei der Lösung des Konflikts zu verhindern, während etwa sein Top-Wirtschaftsberater Liu He angeblich zu Kompromissen bereit sei, auch bei heiklen Themen wie Technologietransfer.

Diese Unterstellung wurde von Peking umgehend zurückgewiesen. "Die unerwartete Verdrehung der Tatsachen und falsche Anschuldigungen sind schockierend und unvorstellbar." Dagegen seien die 180-Grad-Drehungen der USA und ihre gebrochenen Versprechen in aller Welt bekannt.

Trumps Kurs stellt Peking vor Probleme

Offenbar stellt Trumps stures Festhalten an seinem Kurs, China für seine "unfairen" Handelspraktiken zu "bestrafen", die Führung in Peking vor Probleme. "Im Handelskrieg hat man in unserer Propaganda zunächst die Linie verfolgt, Trump als verrückt zu charakterisieren. Tatsache ist aber, dass Trump Angst vor einem zu starken China hat", zitiert Reuters einen nicht genannten Funktionär aus dem Propaganda-Bereich.

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Die USA starten das Seemanöver, während ohnehin ein Handelsstreit die Spannungen zwischen Washington und Peking erhöht. Mehr lesen: Peking wirft USA "größten Handelskrieg der Geschichte" vor und verkündet Maßnahmen zur Vergeltung.

USA -China-Handelskonflikt: Peking ist nun „schockiert“. Annäherung, Besuch, Gipfel, Protektionismus, Maßnahmen, Strafzölle, Handelskrieg , EU, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Donald Trump, Frankreich, Deutschland, USA , China.

Tatsächlich hat Peking bereits vor einigen Wochen in punkto Anti-Trump-Propaganda auf die Bremse getreten. Man solle nicht Trumps "Gewöhnlichkeit" angreifen und sich nicht in einen "Krieg der Beleidigungen" begeben, so eine Direktive der Propaganda-Behörde.

Sommerkonklave in Beidaihe

(Archiv) Sommerkonklave in Beidaihe hat Tradition. Staatsgründer Mao Zedong badete im Sommer 1960 hier. © Imago/Xinhua (Archiv) Sommerkonklave in Beidaihe hat Tradition. Staatsgründer Mao Zedong badete im Sommer 1960 hier.

Was also tun? Welche Botschaften soll man angesichts des anhaltenden Zollkriegs mit den USA nach außen, aber vor allem nach innen senden? Das dürfte beim derzeitigen traditionellen Sommerkonklave der KPCh-Führung im Seeort Beidaihe, etwa 300 Kilometer östlich von Peking, die Frage sein. Ob darüber hinaus auch tiefergehende Spannungen zwischen dem scheinbar unangreifbaren Xi Jinping und innerparteilichen Gegnern zutage treten, bleibt pure Spekulation.

Dass es in Beidaihe spannend werden könnte, deutete ein chinesischer Journalist an, als er sich in privater Runde in Peking beschwerte: "In den vergangenen Jahren durften Reporter aus direkter Nähe berichten. In diesem Jahr konnten sich nicht mal Reporter der Staatspresse akkreditieren."

Autor: Hans Spross, Erning Zhu

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