Finanzen Türkische Lira im freien Fall - Erdogan: "Sorgt Euch nicht"

16:22  10 august  2018
16:22  10 august  2018 Quelle:   reuters.com

Erdogan ruft Türken zum Tausch von Dollar und Euro in Lira auf

  Erdogan ruft Türken zum Tausch von Dollar und Euro in Lira auf Erdogan ruft Türken zum Tausch von Dollar und Euro in Lira aufEs handele sich um eine "nationale Anstrengung", sagte Erdogan am Freitag. Der Dollar werde der Türkei nicht im Weg stehen. "Wir werden unser Land entschieden gegen wirtschaftliche Angriffe verteidigen." Die beste Antwort sei es, Produktion, Exporte und Beschäftigung zu steigern.

(Grafik: ariva.de). Die türkische Landeswährung Lira ist trotz Beschwichtigungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan im freien Fall . „Macht Euch keine Sorgen“, rief er am späten Donnerstagabend in Rize am Schwarzen Meer Anhängern zu.

Erdogan wittert Verschwörung gegen türkische Währung Lira vor der Wahl im freien Fall Mit den vorgezogenen Neuwahlen will der türkische Präsident Recep

  Türkische Lira im freien Fall - Erdogan: © REUTERS/Umit Bektas/File Photo

Die türkische Landeswährung Lira ist trotz Beschwichtigungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan im freien Fall.

Der Kurs brach am Freitag um mehr als zehn Prozent ab. Ein Dollar kostete rund 6,40 Lira. Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung damit mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt. Die wachsende Einflussnahme von Erdogan auf die Zentralbank beunruhigt internationale Investoren schon seit Monaten. Hinzu kommt der Streit zwischen Washington und Ankara über den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson. Auch Sorgen zur Stabilität der Banken am Bosporus spielen eine Rolle.

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Besonders gefährlich am Kursverfall der Lira ist für die Türkei, dass er einhergeht mit einer immer stärker werdenden Inflation. Ob das in der Türkei der Fall ist, halten Investoren für äußerst fragwürdig. Erdogan selbst befeuerte die Bedenken, als er vor der Präsidentschaftswahl in Aussicht

Die Türkische Lira bricht am Donnerstag weiter ein und markiert ein neues Rekordtief. Angst vor Sanktionen. Die politische Entwicklung in der Türkei deutet zudem darauf hin, dass die Talfahrt der Lira noch nicht beendet ist.

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Die EZB-Bankenaufseher schauen sich einem Medienbericht zufolge wegen des drastischen Verfalls die Verbindungen europäischer Geldhäuser zur Türkei an. Insgesamt würden die Aufseher die Situation zwar noch nicht als kritisch einstufen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Großbanken BBVA aus Spanien, die italienische Unicredit und die französische BNP Paribas seien aber besonders exponiert. Diese hätten bedeutende Geschäfte in dem Land.

Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Auch der Euro geriet unter Druck: Er gab um 0,6 Prozent auf 1,1461 Dollar nach.

Türkische Lira rutscht auch am Montag weiter ab

  Türkische Lira rutscht auch am Montag weiter ab Türkische Lira rutscht auch am Montag weiter abIm asiatischen Handel sank der Wert der türkischen Währung am Montag im Vergleich zum Euro und zum US-Dollar zeitweise erneut zweistellig. Erstmals mussten mehr als sieben Lira für einen US-Dollar und mehr als acht Lira für einen Euro gezahlt werden. Damit setzte sich der drastische Kursverfall seit Jahresbeginn fort.

Die Inflation ist längst zweistellig, die türkische Lira hat gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn rund 15 Prozent an Wert verloren. Als Belastungsfaktor nannten Marktbeobachter eine allgemeine Dollar-Stärke. Die mit Abstand größte Sorge der Türken ist einer Umfrage zufolge nicht mehr die

Die türkische Lira ist im freien Fall . Die Notenbank soll Erdogan die Stirn bieten. Chart. US-Dollar / Türkische Lira 5,07. Erdogan verbreitet nicht nur wirre Wirtschaftstheorien, er droht den Zentralbankern auch unverhohlen.

Erdogan bemühte sich derweil, die Furcht vor einem weiteren Verfall der Lira zu zerstreuen. "Macht Euch keine Sorgen", rief er am späten Donnerstagabend in Rize am Schwarzen Meer Anhängern zu. Derzeit liefen gegen die Türkei mehrere Kampagnen, sagte er mit Blick auf den Streit mit den USA. "Beachtet sie nicht." Er ergänzte: "Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott".

Experten sehen nun die Notenbank am Drücker. "Die angespannte Situation könnte durch ein beherztes Vorgehen der türkischen Notenbank abgemildert werden", sagte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel. "Nötig wäre eine kräftige Zinserhöhung, die zu erkennen gäbe, dass die Währungshüter am Bosporus gewillt sind, dem Verfall der heimischen Währung nicht tatenlos zuzusehen." Erdogan hat sich selbst als "Gegner der Zinsen" tituliert und angekündigt, eine größere Kontrolle über die Geldpolitik auszuüben. Er will, dass die Banken billige Kredite vergeben und so das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Investoren befürchten aber, dass die Banken durch den anhaltenden Währungsverfall in Bedrängnis kommen.

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