Finanzen Steuern, Zulagen, Haftung: Was sich zum 1. Januar ändert

11:21  07 dezember  2017
11:21  07 dezember  2017 Quelle:   dpa

Mehr Geld im Portemonnaie: Grundfreibetrag steigt 2018

  Mehr Geld im Portemonnaie: Grundfreibetrag steigt 2018 Das steuerfreie Existenzminimum steigt ab 2018 auf 9000 Euro pro Person und Jahr. Damit wird der Grundfreibetrag um 180 Euro angehoben, erklärt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine BVL. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, gilt der doppelte Betrag. Außerdem wird der Steuertarif zum Abbau der sogenannten kalten Progression leicht verändert.Das bedeutet: Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 10 000 Euro werden künftig 149 Euro Steuern fällig und damit 30 Euro weniger als bisher.

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Bisher müssen Anleger die Erträge ihrer Fonds versteuern. Das ändert sich im kommenden Jahr: Ab dem 1. Januar 2018 werden die Fonds direkt besteuert. © Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Bisher müssen Anleger die Erträge ihrer Fonds versteuern. Das ändert sich im kommenden Jahr: Ab dem 1. Januar 2018 werden die Fonds direkt besteuert.

Das neue Jahr beginnt nicht nur mit einer Reihe von guten Vorsätzen. Regelmäßig kündigen sich zum Jahreswechsel auch viele gesetzliche Neuerungen an. Was sich ab 1. Januar 2018 für Anleger, Bankkunden und Sparer ändert - ein Überblick:

- Besteuerung von Investmentfonds: Ab dem 1. Januar gelten neue Regeln für die . Bisher mussten in Deutschland zugelassene Fonds auf Erträge keine Steuern zahlen. Das ändert sich. Künftig gilt für die Fonds ein Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent, erklärt der Bundesverband deutscher Banken. Nur reine Rentenfonds sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Um eine zu hohe Belastung der Anleger zu vermeiden, sind Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen beim Anleger künftig teilweise freigestellt. Die Höhe des steuerfreien Anteils richtet sich nach der Art des Fonds. Der verbleibende Teil der Ausschüttungen und Gewinne unterliegt der Abgeltungsteuer.

Marcelo muss halbe Million Euro Steuern nachzahlen

  Marcelo muss halbe Million Euro Steuern nachzahlen Marcelo von Real Madrid wurde vom spanischen Fiskus zur Kasse gebeten. Marcelo gestand ein, im Jahr 2013 Einkommenssteuer im Umfang von 490.917 Euro für die Vermarktung seiner Bildrechte am Fiskus vorbeigeschleust zu haben, berichteten spanische Medien. Die Anhörung fand vor dem zuständigen Gericht in Alcobendas in der Nähe der spanischen Hauptstadt statt. Marcelo verließ das Gericht demnach bereits nach zehn Minuten wieder.

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- Riester-Sparer bekommen mehr Förderung: Die Grundzulage steigt ab dem 1. Januar 2018 von 154 Euro auf 175 Euro pro Jahr, erklärt das . Die Zulagen für Kinder bleiben gleich: Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer zusätzlich von 300 Euro pro Jahr und Kind, für davor geborene Kinder 185 Euro pro Jahr.

- Neue Regeln für Abfindung bei kleinen Riester-Renten: Ist der monatliche Rentenanspruch bei einem Riester-Vertrag gering, hat der Anbieter das Recht, diesen Rentenanspruch abzufinden - der Sparer bekommt in diesem Fall eine Einmalzahlung statt einer monatlichen Rente. Die Einmalzahlung ist im Jahr der Auszahlung voll steuerpflichtig. Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 werden diese Einmalzahlungen aber nun ermäßigt besteuert, erklärt das Bundesfinanzministerium.

Deutsche Industrie mit besten Exportaussichten seit Januar 2011

  Deutsche Industrie mit besten Exportaussichten seit Januar 2011 Die deutsche Industrie blickt laut Ifo-Institut so zuversichtlich auf ihr Exportgeschäft wie seit fast sieben Jahren nicht mehr. "Die Stimmung unter den Exporteuren der Branche ist hervorragend", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Dienstag zur Umfrage des Münchner Forschungsinstituts unter rund 2700 Betrieben im November. "Im Maschinenbau und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen stiegen die Erwartungen auf ein neues Rekordhoch." Mehr als 40 Prozent der Maschinenbauer erwarten demnach, dass sie ihre Exporte in den kommenden Monaten steigern können.

Ein Kuss geht um die Welt. Abstellplätze. Hier kosten sie am meisten. Zürich. Der erste Dürüm in der Stratosphäre.

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- Keine Aufschläge mehr beim Zahlen per Kreditkarte: Für Kreditkartenzahlungen bei Buchungen etwa von Hotels sowie Einkäufen über das Internet dürfen Händler künftig keine gesonderten Gebühren mehr verlangen. Das wird durch die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie vorgegeben, die bis Mitte Januar in deutsches Recht umgesetzt sein muss, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

- Haftungsgrenze bei Kartenmissbrauch sinkt: Bei einem Missbrauch der Bank- oder Kreditkarte haften Kunden ab Januar 2018 nur noch mit einem Betrag von 50 Euro, solange sie die Karte oder das Online-Konto nicht gesperrt haben. Derzeit liegt die Haftungsgrenze für entstandene Schäden noch bei 150 Euro, erklärt der Bankenverband. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haften Kunden weiterhin unbeschränkt. Hotels oder Autovermietungen reservieren bei Buchung oft einen bestimmten Betrag auf dem Kartenkonto des Kunden. Ab kommendem Jahr muss der Karteninhaber dem vorher zustimmen.

Datenklau am Geldautomaten: Mehr Fälle und höherer Schaden

  Datenklau am Geldautomaten: Mehr Fälle und höherer Schaden Datendiebe haben an Geldautomaten in Deutschland 2017 wieder deutlich häufiger zugeschlagen als vor Jahresfrist. Den Zahlen von Euro Kartensysteme zufolge summierten sich die Bruttoschädenvon Januar bis November auf gut 2,0 Millionen Euro - das sind über 30 Prozent mehr als in den elf Monaten des Vorjahres (rund 1,6 Mio Euro) und liegt bereits über dem Rekordtief des Gesamtjahres 2016 (1,9 Mio Euro).

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- Neue Vorgaben im Wertpapiergeschäft: Ab dem 3. Januar 2018 sind Bankberater zu einer umfassenderen Dokumentation verpflichtet. Dazu gehört auch, dass Gespräche zu Wertpapiergeschäften, die per Telefon oder Internet geführt werden, aufgezeichnet werden müssen, erklärt der Bankenverband.

- Restschuldversicherung von Kredit abkoppeln: Kredite werden oft zusammen mit einer Restschuldversicherung verkauft. Die Kosten für die Versicherung machen den Kredit aber oft teuer. Häufig entsteht zudem der Eindruck, dass der Kredit ohne diesen Abschluss gar nicht zu bekommen ist. Ab 2018 müssen Kunden deshalb darauf hingewiesen werden, dass der Abschluss der Versicherung auch separat möglich ist. Darüber hinaus wird das Widerrufsrecht ausgeweitet: Eine Woche nach seiner Vertragsunterschrift muss der Kunde vom Versicherer erneut in Textform über sein Widerrufsrecht belehrt werden.

- Weniger Belege für das Finanzamt: Mit der Steuererklärung für das Jahr 2018 müssen keine Belege eingereicht werden, erklärt die . Allerdings kann der Fiskus die Unterlagen anfordern - bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Bescheids. So lange müssen sämtliche Belege sorgfältig aufbewahrt werden.

- Neue Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter: Kosten für beruflich genutzte Gegenstände können steuerlich geltend gemacht werden. Bisher gilt hier ein Betrag von 410 Euro als Grenze, erklärt der Bund der Steuerzahler. Teurere Gegenstände müssen jeweils über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Ab Januar 2018 können Gegenstände bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) direkt im Jahr des Kaufs beziehungsweise der Herstellung in voller Höhe in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

- Kürzere Antragsfristen für rückwirkende Kindergeldanträge: Ab 2018 gelten kürzere Antragsfristen für rückwirkende Kindergeldanträge. Ab dem 1. Januar können Eltern Kindergeld lediglich noch sechs Monate rückwirkend erhalten, also höchstens bis Juli 2017, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Grund ist eine Gesetzesänderung, die Betrugs- und Missbrauchsfälle verhindern soll.

Portugiese Centeno wird neuer Eurogruppen-Chef .
Der portugiesische Finanzminister Mario Centeno (Artikelbild) übernimmt seinen neuen Job am 13. Januar. Der 50-Jährige setzte sich gegen seine Mitbewerber aus Luxemburg, Lettland und der Slowakei durch, wie in Brüssel bekannt wurde. Centeno führt künftig das Gremium der Ressortchefs aus den 19 Euroländern. Zentrale Schaltstelle und weltweit bedeutend Die Eurogruppe tagt seit 1998 und gehört seit dem Management der Euro-Schuldenkrise in den vergangenen Jahren zu einer der weltweit wichtigsten Finanzgremien. Die Minister entscheiden unter anderem über milliardenschwere Hilfsprogramme und teils harsche Reformauflagen für Krisenländer sowie die Ausrichtung von Europas Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der Eurogruppenchef hat dabei eine herausgehobene Bedeutung, weil er zugleich Vorsitzender des Gouverneursrat des Euro-Rettungsschirms ESM ist. Dieser vergibt milliardenschwere Kredite an kriselnde Euro-Staaten. Hilfsanträge von Staaten in Finanznöten müssen an den Eurogruppen-Vorsitzenden geschickt werden. Der niederländische Sozialist Jeroen Dijsselbloem führte die Gruppe in den vergangenen gut fünf Jahren. Zuvor leitete der heutige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Eurogruppe. Dijsselbloem übernahm den schwierigen Job mitten in der Schuldenkrise 2013 und galt anfangs als überfordert. Zuletzt erhielt er allerdings für seine ruhige und präzise Führung von etlichen Seiten Lob. Er galt als Verbündeter Deutschlands und von Ex-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

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