Finanzen Brexit schwächt britische Wirtschaft deutlich

13:20  26 november  2017
13:20  26 november  2017 Quelle:   dpa

Britischer Brexit-Minister : Davis fordert Zugeständnisse von der EU

  Britischer Brexit-Minister : Davis fordert Zugeständnisse von der EU Der britische Brexit-Minister David Davis hat die EU zu Zugeständnissen bei den Gesprächen über den EU-Austritt seines Landes aufgefordert. "Ich will, dass sie Kompromisse machen", sagte der britische Brexit-Minister David Davis und meinte damit die Gesprächspartner der EU. "Überraschung, Überraschung, nichts ist umsonst in dieser Welt." Bislang habe Großbritannien "eine ganze Menge" an Kompromissen gemacht. Als Beispiel nannte Davis die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien. "Wir haben das nicht immer zurückbekommen", sagte Davis in dem Interview mit der BBC am Freitag.

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Dem IW-Bericht zufolge sind die Wachstumserwartungen für das britische Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 2016 bis 2020 inzwischen um fünf Prozentpunkte niedriger als vor dem Brexit-Wahlkampf. © Foto: Wolfgang Kumm Dem IW-Bericht zufolge sind die Wachstumserwartungen für das britische Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 2016 bis 2020 inzwischen um fünf Prozentpunkte niedriger als vor dem Brexit-Wahlkampf.

Die wirtschaftlichen Folgen des britischen EU-Ausstiegs könnten weitaus drastischer sein, als es die jüngsten Wirtschaftszahlen aus London vermuten lassen. Das geht aus einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von dieser Woche hervor.

Der britische Finanzminister Philip Hammond hatte bei der Vorstellung des Haushalts Mitte der Woche leicht nach unten korrigierte Wachstumsprognosen für die nächsten Jahre vorgestellt.

Morrissey: Verliert er den Verstand?

  Morrissey: Verliert er den Verstand? Morrissey hat Berlin als "Vergewaltigungshauptstadt" bezeichnet. Der Musiker hat 'Spiegel Online' ein verstörendes Interview gegeben, in dem er seine verqueren Ansichten betonte. Angefangen beim Brexit erklärte er bereits: "Der Ausgang des Brexit-Referendums fasziniert mich, weil er ein Sieg für die Demokratie war Er ist der größte demokratische Sieg in der Geschichte der britischen Politik seit vielen, vielen Jahren." Die Europäische Union halte er für ein Imperium, wie er weiter verriet: "So denken viele Menschen. Vielleicht ist das der Grund, warum die Menschen für den Brexit gestimmt haben [] Ob man den Brexit an sich gutheißt, ist eine andere Sache, aber ich war sehr stolz auf die Briten." Doch dann kam er auf Deutschland zu sprechen und kritisierte Angela Merkels Flüchtlingspolitik - es wurde schräg: "Ich bin traurig, dass Berlin die Vergewaltigungshauptstadt geworden ist. Viele Menschen denken, es war ein Fehler von Angela Merkel, dass sie am Anfang sagte: 'Kommt, kommt alle her!' Und dann: 'Huch, huch, doch nicht!'" Am Ende zog er folgenden Schluss: "Ich will, dass Deutschland deutsch ist. Ich will, dass Frankreich französisch ist. Wenn man versucht, alles multikullturell zu machen, hat man am Ende gar keine Kultur mehr." Außerdem verteidigte er Harvey Weinstein und Kevin Spacey und erklärte, die Opfer hätten gewusst, auf was sie sich einließen.

Neue Warnungen vor Brexit -Folgen für britische Wirtschaft . Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) rechnet wegen der Unsicherheit rund um den EU-Austritt mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft .

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Betrachtet man die Prognosen aber über einen längeren Zeitraum, zeigt sich ein anderes Bild: Dem IW-Bericht zufolge sind die Wachstumserwartungen für das britische Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 2016 bis 2020 inzwischen um fünf Prozentpunkte niedriger als vor dem Brexit-Wahlkampf. Die Prognose für das Wachstum der Firmeninvestitionen für den gleichen Zeitraum ist sogar um 30 Prozentpunkte eingebrochen, das entspricht knapp drei Vierteln des erwarteten Wachstums.

Auch für die Konsumausgaben ergibt sich ein düsteres Bild - ihr erwarteter Anstieg verlangsamte sich ebenfalls um 5 Prozentpunkte. «Das ist zweifellos auch der Verunsicherung durch den Brexit zuzuschreiben», heißt es in dem IW-Bericht.

Deutsche Wirtschaft wächst in den Sommermonaten kräftig

  Deutsche Wirtschaft wächst in den Sommermonaten kräftig Die deutsche Wirtschaft hat angetrieben vom Exportboom und von steigenden Investitionen vieler Unternehmen ihr Wachstumstempo im dritten Quartal erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im zweiten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft um 0,6 Prozent gewachsen.Nach Einschätzung von Ökonomen steuert die deutsche Wirtschaft 2017 auf das stärkste Wachstum seit sechs Jahren zu.

Grundlage für diese Einschätzung sind Zahlen des Office for Budget Responsibility, einer unabhängigen britischen Behörde. Die IW-Experten nahmen Zahlen vom Herbst 2015 - aus der Zeit vor dem Referendumswahlkampf - zur Grundlage ihrer Berechnungen. Damals waren die Experten noch weit optimistischer, was die Entwicklung der britischen Wirtschaft angeht. Doch das hat sich seitdem geändert. Die Wachstumsperspektiven seien dem IW-Papier zufolge seitdem immer weiter zurückgenommen worden.

«Der Brexit schwächt also schon in Gegenwart und naher Zukunft die ehemals so starke britische Wirtschaft», heißt es dort. Es ändere auch nichts, dass der Wachstumseinbruch für die unmittelbare Zeit nach dem Brexit-Votum geringer war als befürchtet. Befürworter eines britischen EU-Austritts hatten sich bereits in der Ansicht bestätigt gesehen, dass Warnungen vor den wirtschaftlichen Folgen des EU-Ausstiegs übertrieben gewesen seien. Stimmt nicht, sagen nun die IW-Experten.

EU und Großbritannien suchen Durchbruch beim Brexit .
Großbritannien und die EU haben heute versucht, die Blockade bei den Brexit-Verhandlungen zu durchbrechen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker empfing die britische Premierministerin Theresa May in Brüssel und erwartete neue Zugeständnisse. Die EU-Seite ging optimistisch in das Gespräch. Unterhändler versuchen seit Monaten, zunächst die wichtigsten Trennungsfragen vor demzu klären. Erst danach soll es um die künftige Beziehungen beider Seiten gehen. Ohne raschen Durchbruch wüchse das Risiko eines ungeordneten Brexits - ein abschreckendes Szenario vor allem für die Wirtschaft.

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