Auto Dicke Haube, dicke Hose?

09:45  13 august  2017
09:45  13 august  2017 Quelle:   Tages-Anzeiger

2018er Aston Martin Vantage erwischt

  2018er Aston Martin Vantage erwischt Der neue Vantage ist im Anmarsch. Erster Blick auf Astons neues "Baby"-Supercar gefällig? Könnte eine heiße Kiste werden, vor allem auch wegen des Motors.DB11-Chassis, AMG-V8Abgesehen davon sind die Informationen zum Vantage 2018 allerdings noch relativ dünn. Der Einstiegs-Aston wird auf einer verkürzten Version der neuen DB11-Aluminium-Plattform stehen. Allerdings dürfte man ihn signifikant sportlicher auslegen als den stark GT-orientierten DB11. Genügend Kraft sollte dafür ebenfalls vorhanden sein. Der neue Vantage erhält mit ziemlicher Sicherheit den 4,0-Liter-Biturbo-V8 aus dem Hause AMG. Im DB11 gab das Aggregat gerade sein Aston-Debüt.

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<span style=Ein Mann, ein Auto: Daniel Craig in der Rolle als James Bond mit dem Aston Martin DB5. Foto: PD" src="/upload/images/real/2017/08/13/span-style-font-size-13px-ein-mann-ein-auto-daniel-craig-in-der-rolle-als-james-bond-mit-dem-aston-m_945088_.jpg" /> © Bereitgestellt von Tagesanzeiger Ein Mann, ein Auto: Daniel Craig in der Rolle als James Bond mit dem Aston Martin DB5. Foto: PD

Nicht mehr das Auto macht den Status der Männer aus, sondern ihr Mobilitätsverhalten.

Von Philipp Tingler (publiziert am Wed, 09 Aug 2017 03:00:03 +0000)

In einer Welt, in der Individualität zu einem Glücksversprechen geworden ist, mit dem sich Waren aufladen und verkaufen lassen, ist das Auto ein wichtiger Symbolträger. Denn eine Identität ist schliesslich keine Identität, wenn sie nicht mit anderen geteilt und zumindest partiell von anderen bestätigt wird. Deshalb braucht der Mensch zur Ichdarstellung Dinge mit symbolischem Wert.

AMG GT4 steht kurz bevor

  AMG GT4 steht kurz bevor AMGs erster Viertürer GT4 wird optisch wohl nah an der atemberaubenden Genf-Studie bleiben. Ob der brachiale Hybrid-Antrieb kommt, bleibt abzuwarten.Nah an der StudieDen Marktstart für das neue Auto, das Gerüchten zufolge GT4 heißen soll, erwarten wir im Laufe des Jahres 2018. Nach dem SLS, dem GT sowie dem Hypercar Project One wird der GT4 AMGs viertes komplett eigenes Modell sein. Das Design erinnert in Grundzügen an den Spitzensportler AMG GT, wirkt aber gediegener, limousiniger. Mit leicht geänderten Scheinwerfern und einer kürzeren Haube. Im Vergleich zur Genf-Studie erscheint zudem das Heck massiver, mit einem längeren, etwas schwülstigeren Kofferraumdeckel.

Leider konnte unter dieser Adresse kein Film gefunden werden! Dick & doof collection 1.

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Hier besitzt das Auto als Ding nicht nur einen physischen, sondern auch einen virtuellen Körper, also eine symbolische Präsenz. Der spätmoderne Mensch kann für seine Rollenkonstruktion zurückgreifen auf eine breite Palette an symbolischen Repräsentation des Automobils. Früher sprach man von Fahrerklischees. Sie wissen schon: dicke Hose, dicke Haube. Jetzt mal so vereinfachend.

Das Ende der Imponierkarosserie

Das war einmal. Und in Zukunft? Wird dem Fahrer die Steuerung dieser symbolischen Präsenz buchstäblich abgenommen. In nicht allzu ferner Zukunft wird nämlich Ihr Ferrari nicht nur für jedes Kätzchen bremsen und ganz leise autonom anfahren, meine Damen und Herren, sondern auch noch, während Sie bei Goldman Sachs im Virtual Trading Room schuften, autonom Ihre Schwiegermutter abholen und zum Bridge fahren.

AMG GT4 steht kurz bevor

  AMG GT4 steht kurz bevor AMGs erster Viertürer GT4 wird optisch wohl nah an der atemberaubenden Genf-Studie bleiben. Ob der brachiale Hybrid-Antrieb kommt, bleibt abzuwarten.Nah an der StudieDen Marktstart für das neue Auto, das Gerüchten zufolge GT4 heißen soll, erwarten wir im Laufe des Jahres 2018. Nach dem SLS, dem GT sowie dem Hypercar Project One wird der GT4 AMGs viertes komplett eigenes Modell sein. Das Design erinnert in Grundzügen an den Spitzensportler AMG GT, wirkt aber gediegener, limousiniger. Mit leicht geänderten Scheinwerfern und einer kürzeren Haube. Im Vergleich zur Genf-Studie erscheint zudem das Heck massiver, mit einem längeren, etwas schwülstigeren Kofferraumdeckel.

DICKE WIRTIN

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Ein eigenes Auto ist bald nicht mehr «The one thing I need»: Proto-Mann James Bond in «Spectre» (Youtube)

Dazu kommt, dass neue Technologien in der Tat nicht nur neue Sichtweisen, sondern auch neue Formen der Gestaltung erlauben. Etwa weil die üblichen Motoren wegfallen. Klassische Imponierkarosserieformen, die zum Beispiel mit langer Haube oder breitem Kühler auf Imposanz angelegt sind, können dann nicht mal mehr theoretisch ingenieurstechnisch gerechtfertigt werden.

Die Form folgt der Funktion eben nur bedingt beim Auto; die Form folgt vielmehr dem Stand der Technik. Die Elektromobilität beispielsweise macht mit Batterie und kleinerem Motor ganz neue Spielräume möglich, unter anderem, weil man kein Schaltgetriebe braucht.

Besitz wird zum Luxus

Das hat natürlich Folgen für das Verhältnis des Fahrers zu seinem Wagen, das man wiederum kulturanthropologisch als eine identitätsstiftende Objekt-Beziehung auffassen würde. Dazu ändern obendrein neue Mobilitätsmodelle die Bindung zwischen Fahrer und Auto, Auto und Eigentümer, wenn, gerade in urbanen Ballungsräumen, das Auto von mobilen Millennials weniger als Statussymbol und Persönlichkeitsprothese gesehen wird denn schlicht als Fortbewegungsmittel. Und zwar als eine Mobilitätsoption in einem ganzen Portfolio von Möglichkeiten, von neuen Mobilitäts- und Geschäftsmodellen, zu denen Konzepte wie Car Sharing oder Pooling gehören.

Durchschnittlich steht ein Wagen heute so ungefähr 22 Stunden am Tag in der Garage (oder am Strassenrand) – ein selbstfahrendes Auto dagegen kann ständig unterwegs sein. Das heisst: Parkraum wird vermehrt verfügbar.

Was dagegen zu einem immer grösseren Luxus aufsteigen wird, ist der Alleinbesitz eines Fahrzeugs. Mit all seinen Implikationen der Identifikation und Repräsentation. Der Fahrer richtet sein Distinktionsbedürfnis nicht mehr auf den Wagen, sondern auf sein Mobilitätsverhalten: nachhaltig, ressourcenschonend, sozialverträglich.

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